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Oberursel Kunst am Tor zum Taunus

David Nash ist begeistert vom Standort seiner Skulptur „Black Column“ an der Hohemark. Die Werke des englischen Bildhauers sind weltweit in bedeutenden Museen zu sehen.

David Nash vor seiner Redwood-Säule „Black Column“. Foto: Michael Schick

David Nash ist begeistert vom Standort seiner Skulptur „Black Column“ an der Hohemark. Die Werke des englischen Bildhauers sind weltweit in bedeutenden Museen zu sehen.

So lächelt ein Mann, der zufrieden ist mit sich und einer Entscheidung, die seine Arbeit betrifft. Kein artiges Dankeschön eines Künstlers an seine Sponsoren, das wäre dem Bildhauer David Nash, für den die Arbeit mit dem lebenden Werkstoff Holz Lebenselixier ist, zu billig. Es ist der „perfect place“ für seine Skulptur, weil sie genau da steht, wo die Wege zusammenführen. Auf der einen Seite der Wald mit dem wachsenden Holz, auf der anderen das vom Menschen veränderte Basismaterial, zu einem Haus verbaut, auch wenn es in diesem Fall nur die äußere Fassade des neuen Taunus-Informationszentrums an der Hohemark ist.

„Black Column“, die sechs Meter hohe, achtfach gegliederte Säule aus einem kalifornischen Redwood-Stamm, ziert den Garten des „Tor zum Taunus“ als Bindeglied zwischen Natur und der Werbung für die Natur. Als „Landmarke“ internationaler Kunst setze sie ein künstlerisches Ausrufezeichen in der Region, sagte Landrat Ulrich Krebs gestern und schwärmte von der besonderen Atmosphäre, wenn das monumentale Werk in den Abendstunden angestrahlt wird. Und von der „schönen Reise“ zu Nashs vielbeachteter Skulpturen-Ausstellung in Yorkshire, aus der „Black Column“ stammt. Die Taunus-Sparkasse als Finanzier stellt die geflammte Skulptur als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Sehr erfreut und zufrieden mit dem Standort ist der 66-jährige Bildhauer, der extra aus England zur symbolischen Enthüllung anreiste. Und ein bisschen darüber plauderte, wie er den Stamm 2008 in einem Waldstück nördlich von San Francisco fand, ihn nach Europa geschafft und zwei Wochen mit Kettensägen und anderem Gerät bearbeitet hat. Als perfekten Platz sieht er die Wiese vor dem holzverkleideten Haus auch, weil viele Menschen das Werk sehen werden, die gar nicht gekommen seien, um Kunst anzuschauen. Dass die Säule als Ergänzung zur Kletterwand an der Vorderfront auch zum Klettern anregen könnte, sieht David Nash mit eher gemischten Gefühlen.

Den Kontakt zu Nash hat der Bad Homburger Galerist Christian Scheffel hergestellt, Macher der international anerkannten „Blickachsen“-Ausstellungen, an denen David Nash seit 1997 mehrmals beteiligt war. Die erweiterte Blickachse von Bad Homburg nach Oberursel passt zum Bild, das sowohl Landrat Krebs als auch Sparkassen-Vorstand Hans-Dieter Homberg vermitteln wollen: „Im Taunus verwurzelt, die Welt im Blick.“

David Nash gilt seit vielen Jahren als einer der einflussreichsten britischen Gegenwartsbildhauer. Seine Werke sind weltweit in den bedeutendsten Museen und Sammlungen vertreten und prägen in zahlreichen Ländern öffentlichen Raum. Die Natur und das Leben bilden eine untrennbare Einheit in seinen künstlerischen Arbeiten. Die monolithische „Black Column“ wirkt aus diesem Blickwinkel wie ein archaisches Denkmal.

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