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Oberursel Koreanisches Flair

Mit der Euko-Gruppe siedelt sich ein besonderer Investor im Oberurseler Gewerbegebiet an. Die Unternehmensberater vertreten Firmen aus Korea, die sich in Deutschland ansiedeln wollen. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten.

Bauherr Byung-Joo An, Bürgermeister Hans Georg Brum, Bauleiter Thomas Dietrich (v. l.). Foto: Monika Müller

Oberursel möchte Türen aufstoßen für die Rhein-Main-Region nach Asien. Das hat Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) unlängst gesagt, und nun manifestiert sich diese Vision in einem weiteren Schritt: Die Euko-Gruppe aus Südkorea hat am Mittwoch nach dem ersten Bauabschnitt Richtfest gefeiert für ihren neuen Hauptsitz in Deutschland. Der liegt im Gewerbegebiet An den Drei Hasen, der ehemaligen Hessentagsfläche, wo auch schon ein chinesischer Bademodenhersteller ein Grundstück für sein neues Designzentrum gekauft hat.

Euko versteht sich als Brücke, als ein Mediator und Berater bei der Ansiedlung koreanischer Firmen in Deutschland. Der Name ist aus „Europa“ und „Korea“ zusammengesetzt, ist zu erfahren. Rund 2,7 Millionen Euro investiert der deutsche Ableger der Gruppe in sein neues Hauptquartier.

Es ist ein vierstöckiges Bürohaus, das auf all zu ausgefallene architektonische Volten verzichtet. Große Sprünge aber könnte die Stadt Oberursel noch machen, wenn es um die Ansiedlung weiterer Firmen aus Asien geht. Ohnehin haben die Koreaner die Türken als größte nichtdeutsche Einwohner-Gruppe abgelöst. Und Euko betreut rund 120 Unternehmen, darunter auch Solarfirmen, wie Geschäftsführer Byung-Joo An sagt. Da könnte auch für Oberursel noch etwas abfallen.

Die Euko Accounting & Consulting Group mit derzeit 16 Mitarbeitern in Deutschland nimmt für sich in Anspruch, bei fast drei Vierteln aller koreanischen Gründungen im Rhein-Main-Gebiet mitgewirkt zu haben.

Die Gruppe übernimmt für ihre Mandanten unter anderem die Gehaltsabrechnungen, Betriebsprüfungen, Steuererklärungen und Rechtsberatungen. So gut wie alles, von der Firmengründung bis hin zu allen steuerlichen und betrieblichen Angelegenheiten, wird also geregelt. Und dazu kommt, wie eine Sprecherin noch lächelnd verrät, „das Kulturelle“. Denn die koreanischen Sitten und Gebräuche unterscheiden sich grundlegend von denen hierzulande. Das fängt bei der höflichen Verbeugung zur Begrüßung an und ist bei den koreanischen Essensgewohnheiten noch längst nicht erschöpft. Wer sich in Korea bei einem Essen selbst ein Getränk einschenkt, verstößt schon gegen die Tischmanieren. Und wer in Deutschland wartet, bis das Glas gefüllt wird, bleibt unter Umständen den ganzen Abend durstig.

Zumindest zwischen Bürgermeister Brum und Euko-Geschäftsführer Byung-Joo An ist das Klima prächtig. Beim Richtfest wird viel gescherzt und gelacht. Die Stadt setzt Hoffnungen in den Neuankömmling.

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