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Oberursel Kirchenmusik Seit 40 Jahren an der Orgel

Der Oberurseler Kirchenmusiker Karl Klinke spielt seit seiner Jugend in Gottesdiensten. Er arbeitet nebenamtlich. Der 55-Jährige hat sich auch als Trauerredner schon einen Namen gemacht.

Organist Karl Klinke in der Liebfrauenkirche Oberursel. Foto: Martin Weis

Schon seit seiner Jugend ist Karl Klinke Kirchenmusiker. Jetzt ist der 55-Jährige vom Bistum Limburg geehrt worden: Seit inzwischen 40 Jahren spielt Klinke, der in Oberursel aufwuchs, in den Gotteshäusern des Bistums.
Regelmäßig sitzt Klinke bei Gottesdiensten in der Oberurseler Liebfrauenkirche an dem 1970 gebauten Instrument des renommierten Bonner Orgelbauers Klais. „Der Mercedes unter den Orgelbauern“, wie Klinke sagt. 3814 Pfeifen verleihen dem Instrument seinen außergewöhnlichen Klang. Hoch thronen sie über den Kirchenbänken. „Dies ist für mich eine der schönsten Orgeln im ganzen Rhein-Main-Gebiet“, sagt Klinke.

Begonnen hatte seine Karriere als Kirchenmusiker im zarten Alter von 15 Jahren in Gottesdiensten in Oberstedten. „Eigentlich wollte ich Pfarrer werden“, sagt Klinke. Schließlich habe er sich nach einigen Semestern Theologie aber doch in eine andere Richtung orientiert und Kirchenmusik studiert. Nach dem Examen war er zwei Jahre lang Assistent am Würzburger Dom.

In Frankfurt war er Orgellehrer am musikpädagogischen Institut der Goethe-Universität. Auch in Frankfurt wird er regelmäßig als Kirchenmusiker eingesetzt.

So spielt er bei Gottesdiensten im Kaiserdom Sankt Bartholomäus, sowie in der Antoniuskirche im Frankfurter Westend.

Bach ist einer seiner Favoriten

In der Oberurseler Gemeinde Liebfrauen reicht für das mit der Zeit immer weiter geschrumpfte Besucheraufkommen inzwischen ein Gottesdienst pro Wochenende, vor zwanzig Jahren gab es derer noch drei. Als Kirchenmusiker arbeitet Klinke nebenamtlich.

Ein zweites Standbein hat er sich über die Jahre als Trauerredner geschaffen. In dieser Funktion ist er nicht konfessionsgebunden. Bestattungsinstitute beauftragen ihn, er kommt dann zum Einsatz, wenn der Verstorbene nicht einer Kirche angehörte oder die Hinterbliebenen es explizit wünschen. Ein paar persönliche Worte seien vielen der Trauernden weitaus wichtiger als die rituell vorgetragene Liturgie eines Pfarrers, meint Klinke. Er wolle konkreten Trost spenden. Die Musik empfinde er dabei als Ausgleich für die mitunter seelisch belastende Tätigkeit.

Beim Spielen beherrscht Klinke die Klassiker der Orgelmusik. Bach gehört zu seinen großen Favoriten, gerne unternimmt er aber auch musikalische Ausflüge in die französische Romantik oder improvisiert im modernen Stil, wie er sagt. Liebfrauen-Pfarrer Andreas Unfried hatte das Orgelspiel Klinkes anlässlich des runden Dienstjubiläums als „theologische Verkündigung“ gewürdigt. Unfried dankte es Klinke, dass er der Oberurseler Pfarrgemeinde weiter die Treue halte – neben seinen Verpflichtungen in den Frankfurter Kirchen.

Klinke kennt so manchen befreundeten Kollegen unter den Kirchenmusikern, der noch mit über 80 Jahren gespielt hat. Das könne er sich auch vorstellen, sofern es die Gesundheit denn zulässt. „Viele Orgelspieler haben es irgendwann im Rücken, wegen der orthopädisch ungesunden Haltung“, verrät er.

Er hält es mit Franz von Assisi, der von den Katholiken als Heiliger verehrt wird. Der wollte, so ist es überliefert, ein „Spielmann Gottes“ sein. „Das würde ich auch von mir sagen – aber mit einem Augenzwinkern“, so Karl Klinke.

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