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Oberursel Islam im Stundenplan

Bei einer Informationsveranstaltung werden die Ausländerbeiräte von Steinbach und Oberursel über den Islam-Unterricht informieren. Alles Wissenswerte zu dem Schulfach wird dort vermittelt. Im Hochtaunuskreis wird das Fach bislang nur an einer Schule unterrichtet.

Das neue Schulfach gibt es im Kreis bislang nur in Bad Homburg. Foto: Michael Schick

Der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht ist Thema einer Infoveranstaltung der Ausländerbeiräte Oberursels und Steinbachs am 15. Oktober um 18 Uhr im Oberurseler Rathaus (EG, Großer Sitzungssaal). „Dabei geht es um Aufklärung und Information zum Islamunterricht, zudem auch um das Abbauen eventuell vorhandener Vorbehalte“, sagt Stefan Zelder von der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen.

Hessen ist Vorreiter

Neben Zelder, der die Info-Runde leiten wird, werden an der Veranstaltung Nurgül Altuntas vom Hessischen Kultusministerium und Abdullah Uwe Wagishauser von der Gemeinde Ahmadiyya Muslim Jamaat teilnehmen. Die Runde komplettiert Fuat Kurt von Ditib – der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion.

Jeder interessierte Bürger soll umfassend zum neuen Islamunterricht informiert werden und Fragen stellen könne. Hessen ist bei dem Unterricht ein Vorreiter. Als erstes Bundesland werden hier seit August vergangenen Jahres an 27 Grundschulen mehr als 400 Schüler der ersten Klassen im Fach „Islam“ unterrichtet. Im Hochtaunuskreis gibt es das Fach bislang nur an der Bad Homburger Ketteler-Francke-Schule.

„Es geht dabei um Inhalte und Sichtweisen des Islam“, sagt Zelder. Was ist im Fastenmonat Ramadan vor Sonnenuntergang erlaubt und was nicht? Weshalb wird überhaupt gefastet? Die Kinder sollen spielerisch die wichtigsten Praktiken ihrer Religion lernen.

Mit der religiösen Bildung sollen die Schüler dabei unterstützt werden, „sich in einer Vielfalt unterschiedlicher Lebensentwürfe zurechtzufinden und ihre eigene Identität zu finden“, formulierte es im vergangenen Sommer zur Einführung des Fachs Frank Blechschmidt, der damals noch für die FDP Mitglied im Landtag und in dessen Integrationsausschuss war.

Derzeit steht das Fach an den betreffenden Schulen nur für Erstklässler zur Verfügung, es soll aber in den kommenden Jahren auf die anderen Jahrgänge an Grundschulen ausgeweitet werden. Das aber ist auch eine Frage von verfügbaren Lehrkräften: staatlich ausgebildete Lehrer muslimischen Glaubens unterrichten in deutscher Sprache.

Bisher gibt es nach Angaben des hessischen Kultusministeriums nicht genug qualifizierte Lehrkräfte in Hessen, die die große Nachfrage nach dem neuen Schulfach bedienen könnten. Daher soll nur schrittweise ausgebaut werden.

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