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Oberursel IGS will eigene Oberstufe

Die Stierstädter Gesamtschule unternimmt einen zweiten Anlauf für eine eigene Oberstufe. Denn Oberursel hat zu wenig Plätze an seinem einzigen Gymnasium.

Auch im Altbau wäre Platz für eine neu einzurichtende gymnasiale Oberstufe an der IGS Stierstadt. Foto: Renate Hoyer

Die IGS in Stierstadt hat große Pläne. In einem zweiten Anlauf will sie jetzt erreichen, dass die Schule eine eigene Oberstufe aufbauen kann. Dazu soll der Kreis beim Hessischen Kultusministerium die Einrichtung einer Profiloberstufe beantragen, und zwar bereits für das Schuljahr 2017/18. Diese Pläne waren vor zwei Jahren bereits einmal gescheitert. Das Kulturministerium hatte das Ansinnen abgelehnt, der Kreis hatte die Pläne der Schule aber schon damals unterstützt.

Jetzt gehen Schulleitung, Elternvertreter und Schüler gemeinsam auf die Politik zu. Sie haben neue Argumente gesammelt, bereits viele Gespräche mit Verantwortlichen geführt und einen genauen Plan für eine Profiloberstufe beigefügt.

Das wichtigste Argument für die Oberstufe ist die Entwicklung der Schülerzahlen. In den letzten vier Jahren ist die Zahl derer auf der IGS gestiegen, die in die Oberstufe einsteigen könnten. Für das Schuljahr 2017 /18 sind bislang 78 prognostiziert.

Damit haben die Pläne der IGS eine formale Hürde genommen, das Schulgesetz schreibt nämlich vor, dass 80 Schüler in eine neue Oberstufe starten müssen. Dass diese aus den eigenen Schulreihen kommen müssen, sei aber umstritten, erklärt Jochen Kramer vom Schulelternbeirat. Für Eltern, die ihre Kinder auf der IGS anmeldeten, sei es eine gute Perspektive, dass ihre Kinder bis zum Abitur die Schule nicht wechseln müssten, argumentiert Kramer.

Die Pläne der IGS gehen aber noch weiter: Mittelfristig könnte die Schule auch unten erweitern, das heißt, ihre bisher sechs Klassen auf acht erweitern. Das käme ganz Oberursel zugute, sagt auch der derzeitige stellvertretende Schulleiter Markus Herget. Er hat das Ausbauprojekt vom gerade pensionierten Schulleiter Walter Breinl übernommen.

Kreis hält sich bisher bedeckt

Oberursel hat zu wenig Plätze an seinem einzigen Gymnasium. Dessen Schulleiter Volker Räuber sieht die Pläne der IGS deshalb mit Wohlwollen. Allerdings wagt er keine Prognose darüber, wie viele Eltern tatsächlich statt des GOs die IGS wählen würden. Eine echte Erleichterung für das übervollen GO brächten aber nicht zehn, sondern erst 60 Eltern mit einer Entscheidung für die IGS, stellt Räuber fest.

Der Plan der Gesamtschule, bereits im kommenden Schuljahr 2017 eine gymnasiale Oberstufe anzubieten, ist sportlich. Was nämlich auch dazugehört, ist die räumliche Ausstattung. Die IGS führt einen Teil ihres Schubetriebs in einem sanierungsbedürftigen Altbau. Laut Elternbeirat Kramer wären dort einige Klassenzimmer zu verwenden, laut Schulleiter Herget reiche das „nur für den Anfang“. Zusätzliche Räume müssten geschaffen – und das Haus endlich saniert werden.

Und noch jemand hat ein großes Wort mitzureden. Das staatliche Schulamt. Es spricht mit allen Beteiligten und prüft die Voraussetzungen für das Vorhaben der IGS, erklärt André Linhart, der stellvertretende Leiter der Behörde in Friedberg. Dann gibt es eine Stellungnahme für das Kultusministerium ab, dieses entscheidet über den Antrag aus dem Kreis.

Das Schulamt, erklärt Linhart, schaue sich alles an: die Schülerzahlen auf der IGS, die Problemlage mit den Gymnasialplätzen in Oberursel, die baulichen Gegebenheiten. Und die anderen Schulen der Umgebung, die unter Umständen fürchten, dass die IGS ihnen die Schüler wegnimmt.

Der Kreis als Schulträger hält sich bisher bedeckt. Raumbedarf, Kosten, all dies müsse im Herbst mit den Politikern der Kreistagsfraktionen diskutiert werden, sagt Kramer. Er sieht das bisherige Feedback aus dem politischen Raum positiv. Da kann es von Vorteil sein, dass Ex-Schulleiter Breinl für die SPD im Kreistag sitzt – und seit einiger Zeit Mitglied im Schulausschuss ist.

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