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Oberursel Grabungsfunde in neuem Licht

Das Vortaunusmuseum in Oberursel wird umgestaltet. Nicht nur Beleuchtung und Türen werden erneuert, auch die Dauerausstellungen. Daneben arbeiten Museum und Stadtarchiv am Konzept der zur Jahresmitte eröffnenden „Zuwanderer“-Präsentation.

In neuem Licht: Altstadt-Grabungsfunde im Oberurseler Vortaunusmuseum. Foto: Rolf Oeser

Der alte Bär aus dem gleichnamigen Gasthaus bewacht noch immer den Eingangsbereich des Vortaunusmuseums. Das soll auch so bleiben – gilt das ausgestopfte Raubtier doch als Liebling der Besucher und origineller Türhüter mit lokaler Vergangenheit. Abgesehen vom ehrwürdigen Meister Petz wird sich jedoch einiges verändern im ortsbildprägenden Marktplatz-Haus.

„Die Dauerausstellungen werden erneuert“, sagt Renate Messer. Laut Museumsleiterin sind die Arbeiten in den „Kelten“- und „Seifenkisten“-Segmenten bereits vollendet, der Rest folgt, „nachdem die benötigten Gelder freigegeben sind“. Zirka 20 000 Euro werden zum Beispiel für die Auffrischung des Bereichs „Stadtgeschichte“ benötigt. Die Kommune und der hessische Museumsverband übernehmen den Löwenanteil der Kosten.

Damit es zügig voran geht und sich keine allzu hohen Belastungen auftürmen, werden viele Restaurierungsaufgaben vom Museumsteam erledigt. Claudia Hollmann kümmert sich als Chefin der Technik um die Ausstattung mit neuen LED-Lampen, das Renovieren und Bestücken der Vitrinen.

Bis zur Hälfte des Jahres sollen daneben auch Brandschutztüren in den Altbestand eingepasst sein. „Drei bis vier automatische und nutzerfreundliche Türen, mit denen wir die Auflagen für öffentliche Räume erfüllen“, sagt Udo Keidel-George, Geschäftsführer des Oberurseler Kultur- und Sportfördervereins.

Dort, wo die Führungen zur örtlichen Geschichte jeweils ihren Ausgang nehmen, zeigt sich bereits heute, wie es am Ende aller Mühen aussehen soll: Sieben der das Entree markierenden Vitrinen zur Stadthistorie sind ausgeräumt und vorerst verwaist – eine präsentiert sich mittlerweile aber als Vorzeigemodell in frischer Übersichtlichkeit. Gereinigt und in grafisch umgestalteter Umgebung lassen sich die Grabungsfunde aus der Altstadt quasi aufs Neue entdecken. Ab Mai soll die Abteilung in Gänze hergerichtet sein.

„Künftig wird das Ausstellungsgut nach Themen und nicht mehr chronologisch ausgerichtet.“ Neben den multimedial bereitgestellten Informationen werden den Besuchern weiterhin auch Textblätter zur Verfügung stehen. Nicht alleine, dass „Papier“ ein kommender Themenblock sein wird – das Haus setze, so die Leiterin, auf eine Mischung der Vermittlungsformate.

So dürfte ein „begehbares Stadtmodell“ – bei dem einzelne Bauwerke vom Werden und Vergehen „erzählen“ – allgemeines Interesse auf sich ziehen. Ob zu den ausgewählten Gebäuden auch das städtische Museum selbst zählen wird? – Auf den Fundamenten mittelalterlicher Wohnstätten wurde der imposante Bau zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtet, überdauerte die Zeiten im Dienste von Spezereihändlern, Bierbrauern und städtischen Beamten.

1967 wurde es zum Sitz von Archiv und Geschichtsverein, im Juni 1987 zog schließlich das Oberurseler Stadtmuseum ein. Trotz äußerer Großzügigkeit herrscht innen eher räumliche Kleinteiligkeit. Mit den Flächen für Dauer- und Sonderpräsentationen sei hier fast jeder Quadratmeter belegt, sagt Messer.

Mit den sieben Kapiteln zu Orts- und Industriehistorie, Vor- und mittelalterliche Geschichte, Geologie und Seifenkisten sowie der Hans Thoma-Gedächtnisstätte muss die Volkskundlerin im Marktplatz Nummer 1 ein umfangreiches Spektrum unterbringen. Nach den Sommerferien soll eine Ausstellung mit aktuellem Bezug für Gesprächsstoff sorgen. Zuerst für das Jahr 2015 geplant, startet „ZusammenLeben“ mit Verspätung: „Wegen der veränderten gesellschaftlichen Situation haben wir das Konzept neu gefasst.“

Dabei wollen Stadtarchiv und Vortaunusmuseum das Thema „Zuwanderung“ keineswegts nur lokal einordnen. Stichworte werden unter anderem „Oberurseler Lebensläufe“, „Gastarbeiter“ oder „Ausländerbeirat“ sein, daneben sollen „Begriffsdefinitionen“ verdeutlichen, „um was es eigentlich geht“. Das Kommen, Gehen und Bleiben, so Renate Messer, sei Teil des großen Menschheitsgedächtnisses.

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