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Oberursel Frankfurt International School International School lenkt ein

Die Frankfurt International School in Oberursel erklärt sich bereit, ihre geplante Sporthalle um wenige Meter zu versetzen. Sie reagiert damit auf Kritik von Umweltverbänden.

23.05.2013 21:34
Eva Marie Stegmann

Diese fünf Meter könnten das Ende einer nunmehr zweijährigen Debatte bedeuten. Die Frankfurt International School (FIS) am Oberurseler Waldrand hat sich vor wenigen Tagen im Gespräch mit der Stadt bereiterklärt, den geplanten Bau einer Turnhalle um fünf Meter auf das angrenzende Sportfeld zurückzusetzen.

Diese fünf Meter sollen verhindern, dass ein Quellbiotop, das sich vermutlich auf dem bis dato diskutierten Bebauungsareal befindet, überbaut wird. Das Zugeständnis der FIS ist eine Reaktion auf die Kritik des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Beide Umweltverbände verurteilten eine mögliche Überbauung des Gewässers zuletzt stark und der BUND drohte öffentlich mit einer Klage gegen den Bebauungsplan, wenn nötig bis zum Europäischen Gerichtshof. Weil die Pläne jetzt angepasst werden, verzögert sich der nächste Schritt im Verfahren, die Offenlegung der Entwürfe, bis nach den Sommerferien.

Die Fronten zwischen Stadt, BUND und SDW sind verhärtet. Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) zeigt sich enttäuscht: „Wir hatten am runden Tisch viele konstruktive Gespräche“, sagt er. Unter der Moderation der Stadt hatten FIS und Umweltverbände eine gemeinsame Position erarbeitet, die die Umweltverbände aufgrund des Gutachtens, das dem Gewässer den Status Quellbiotop attestierte, aufgekündigt hatten.

Eine Million Euro in Planung investiert

Im Rathaus nimmt man deren Drohung ernst. „Uns geht es deshalb darum, eine Bebauungsvariante vorzuschlagen, die vor Gericht Bestand hat“, sagt Brum. Das heißt, die trotz Biotop zulässig wäre. Unterdessen ist unklar, ob das vermeintliche Quellbiotop überhaupt als solches bezeichnet werden darf. „Es könnte auch ein Schichtengewässer sein“, sagt Arnold Richter, Bereichsleiter für Stadtentwicklung bei der Stadt Oberursel. Für beide Bewertungen liegen positive Gutachten vor.

Die Frage eindeutig zu klären – und damit auch, ob eine Klage überhaupt Bestand hätte, würde dauern. Und kosten. Zeit und Geld wurden von der FIS in den letzten zwei Jahren bereits reichlich in die Planung investiert. „Etwa eine Million“, sagt Brum. Insgesamt 20 verschiedene Standorte für die Turnhalle wurden unter dem ökologischen Aspekt geprüft. „Wir sehen das jetzt als letzte gangbare Lösung an, das auf dieser Fläche umzusetzen“, sagt Arnold Richter mit Blick auf die Fünf-Meter-Verschiebung. Man möchte nicht länger warten.

Niemand weiß, wie lange die FIS noch Geduld mit der Stadt hat. Zwar ist an den Gerüchten, die Schule hätte gedroht, den Standort Oberursel aufzugeben, nichts dran. „Aber jeder, der aus der Wirtschaft kommt, weiß, was geschehen könnte“, sagt Hans-Georg Brum. Keine Frage, von heute auf morgen werde die Schule ihre Zelte nicht abbauen. Aber vielleicht nach und nach Bereiche auslagern an Orte, an denen die Bedingungen besser sind.

„Die Stadt hat ausgesprochen großes Interesse an der Entwicklung der FIS“, betont Brum, „Oberursel ist die Stadt der Schulen im Taunus.“ Die neuen Schulturnhallen kämen auch den Oberurseler Vereinen zugute.

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