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Oberursel/Frankfurt Abschied von einem Oldie

Eine Baureihe von U-Bahn-Wagen wird ausgemustert. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt beschert dem Oldie einen würdevollen Abschied und lässt ihn am Sonntag in mehreren Fahrten zwischen Frankfurt und dem Bahnhof Oberursel pendeln.

Nun ausgemustert. Foto: Christoph Boeckheler

Im politischen Bad Homburg sorgt schon die Erwähnung des Kürzels „U2“ angesichts einer andauernden U-Bahn-Debatte mitunter für laute Diskussionen. In Oberursel fährt die U2, wenn auch nur am kommenden Sonntag. Gemeint ist aber nicht der angedachte Homburger Bahnhofszubringer aus Gonzenheim, sondern eine Baureihe von U-Bahn-Wagen, die nach vielen verdienstvollen Jahrzehnten nun ausgemustert wird. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt beschert dem Oldie einen würdevollen Abschied und lässt ihn am Sonntag in mehreren Fahrten zwischen der Römerstadt und dem Bahnhof Oberursel pendeln.

Über die Stationen Nordwestzentrum und Niederursel geht es weiter von Bommersheim bis zum Oberurseler Bahnhof und wieder zurück. Die erste Bahn soll um 10.03 Uhr in Oberursel Richtung Frankfurt aufbrechen, die letzte Abfahrt ist für 15.58 Uhr vorgesehen.

Eine Frankfurter Entwicklung

Die schier unverwüstlichen U2-Triebwagen, die von Siemens-Düwag produziert worden waren, wurden in den sechziger Jahren für die Frankfurter U-Bahn entwickelt. Die ersten Fahrzeuge wurden 1968 an die Stadt übergeben, nach 22 Jahren Produktion war erst 1990 Schluss.

Die Ausmusterung, die erst jetzt abgeschlossen wird, begann bereits im Jahr 2008. Die Fahrzeuge, in denen man weder eine Klimaanlage noch jeglichen elektronischen Komfort-Schnickschnack wie etwa Informationssysteme für Fahrgäste erwarten kann, gelten als äußerst robust. Das beweist auch der Umstand, dass noch vor einigen Jahren im Bedarfsfall vereiste Oberleitungen mit U2-Wagen „freigefahren“ werden sollten.

Freunde historischer Schienenfahrzeuge dürften am Sonntag also mehr als nur eine Fahrt absolvieren. Ihre Fans haben die U-Bahn-Oldies aber auch andernorts, in Edmonton, San Diego, Calgary und im argentinischen Mendoza. In diese Städte sind Triebwagen exportiert worden. Dort versehen sie weiterhin zuverlässig ihren Dienst.

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