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Oberursel Faszination Zeppelin

Als Kabinenjunge der Hindenburg war Werner Franz bei dem Absturz in Lakehurst dabei. Jetzt ist der letzte Überlebende dieser Tragödie mit einer Medaille ausgezeichnet worden.

05.07.2011 14:01
Werner Franz , geboren in Frankfurt, lebt heute 89-jährig in Oberursel. Foto: M. Müller

Werner Franz ist ein echter „Zeppeliner“ mit Herz und Seele. Er ist nicht nur das letzte noch lebende Besatzungsmitglied des Zeppelins „Hindenburg“, ihn beschäftigte die Luftschifffahrt seit seiner Kindheit. Am Sonntag hat der Verein für Zeppelin-Luftschifffahrt in Zeppelinheim den Oberurseler nun zum Ehrenmitglied ernannt. Zudem erhielt der 89-Jährige von Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) als Anerkennung für seine Pionierarbeit die Hugenottenmedaille verliehen.

Doch so fasziniert Werner Franz vom Zeppelin immer war und ist – so einschneidend und prägend waren seine Erlebnisse mit den Luftfahrtriesen: Franz überlebte als 14 Jahre alter Kabinenjunge die Katastrophe von Lakehurst in den USA. Bei dem Unglück ging am 6. Mai 1937 der Zeppelin LZ 129 beim Landeanflug auf Lakehurst bei New York in Flammen auf. 36 Menschen starben bei dem bis dahin größten Unfall in der zivilen Luftfahrt im brennenden Zeppelin. Bis heute konnte die Ursache für das Unglück nie aufgeklärt werden. Es war der Anfang vom Ende des transatlantischen Reisens mit den riesigen Luftschiffen nach Nord- und Südamerika.

Doch trotz der schrecklichen Erfahrungen blieb der gebürtige Frankfurter Werner Franz der Luftfahrt immer treu. Seit dem Jahr 1982 ist er Mitglied im Verein für Zeppelin-Luftschifffahrt in Zeppelinheim, der damals noch Zeppelin-Kameradschaft Zeppelinheim hieß. Er setzte sich nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Gerhard Jäger stets für die Ziele des Vereins ein und berichtete den nachfolgenden Generationen von seinen Erlebnissen auf den Luftschiffen.

Auch heute noch fühlt sich der in Oberursel lebende Werner Franz mit der Luftfahrt tief verbunden. „Die Faszination Luftfahrt kann man nicht ablegen“, sagt der 89-Jährige. Über das Unglück von Lakehurst spricht er nur ungern, noch heute sieht er alles in Einzelheiten vor sich, das Feuer, die um Hilfe schreienden Menschen. Mit dem Engagement auf der Hindenburg erfüllte sich für den Knaben Werner Franz ein Lebenstraum, der im Mai 1937 in Flammen aufging. ( webu)

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