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Naturschutz Schutz und Pflege für den Platzenberg

Der Platzenberg ist Lebens- und Erholungsraum für Steinkauz und Menschen. Damit er erhalten bleibt, hat die Stadt ein Konzept vorgelegt, wie die Natur dort auf Dauer geschützt werden kann.

11.01.2012 23:02
Martina Propson-Hauck
Naturidyll auf den verwilderten Streuobstwiesen des Platzenberges. Foto: dapd

Der Steinkauz galt bereits in Griechenland als Vogel der Weisheit und war das Sinnbild der Göttin Athene. Heute sind die Vertreter der kurzschwänzigen Eulenart eher selten geworden, weil sie immer weniger geeignete Lebensräume finden. Eine dichte Population der geschützten Vogelart lebt allerdings auf dem Bad Homburger Platzenberg. Die Vögel brüten in alten Baumhöhlen, gelegentlich auch in Scheunen und alten Mühlen aus Stein. Auf den von Schafen und Pferden kurz gehaltenen Wiesen können sie ungestört nach Mäusen jagen. Diese Bedingungen sind auf dem Platzenberg mit seinen Streuobstwiesen, Hecken, Gehölzen und Äckern sowie den ehemaligen Mühlen optimal vorhanden.

Damit auch in Zukunft der Lebensraum für den Steinkauz und die vielen Spaziergänger erhalten bleibt, die auf dem Platzenberg Erholung in Stadtnähe suchen, hat die Stadtverwaltung jetzt ein Konzept vorgelegt, wie Natur und Landschaft dort auf Dauer geschützt werden können. 50 Hektar umfasst das Erholungsgebiet, ein weiterer Teil des Platzenbergs liegt auf Oberurseler Gemarkung.

Das Gelände gehört gleich mehreren Dutzend Besitzern. Mit ihnen ist die Verwaltung seit längerem in Gesprächen, denn nicht alle pflegen ihren Besitz so, wie sich das Naturschützer und Landschaftsplaner wünschen. „Streuobstwiesen müssen gepflegt werden, alte Bäume geschnitten und neue gepflanzt werden“, sagt Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne). Deswegen ist ein Bestandteil des Konzepts, die Rettung der großen Streuobstbestände dort.

Zudem sollen neue Wege angelegt werden, weil durch Gewohnheitsrechte Trampelpfade über Privatgrundstücke entstanden sind. Auch an die Hundehalter, die ihre Vierbeiner dort gern unangeleint Gassi führen, soll appelliert werden. Die Stadt will zudem Stationen mit kostenlosen Tüten für die Hinterlassenschaften der Hunde aufstellen.

Auf städtischem Gelände soll ein Treffpunkt und eine Naschwiese mit Obstbäumen entstehen. Schnittgut von den Bäumen sollen die Besitzer kostenlos abtransportieren lassen können. Zudem sollen Baumschnittkurse angeboten und Schaukästen für Imker, Schäfer und Geflügelzüchter aufgestellt werden. Auch der jährliche Apfeltag soll diesmal auf dem Platzenberg stattfinden.

Um einen Teil des Platzenbergs war im Bürgermeisterwahlkampf vor rund drei Jahren Streit entbrannt. Die damalige OB Ursula Jungherr (CDU) wollte am Bommersheimer Weg einen Bebauungsplan für einen Neubau für die Pestalozzischule aufstellen. Damals gründete sich dort eine Bürgerinitiative gegen diese Pläne, die OB wich von dem Vorhaben ab. Das Verfahren zur Aufstellung dieses Bebauungsplans zwischen Grüner Weg, Weidebornweg, Kolberger Weg und Bommersheimer Weg soll jetzt eingestellt werden. „Damit löse ich ein wichtiges Versprechen aus meinem Bürgermeisterwahlkampf ein“, sagte Korwisi gestern. Das Areal werde zudem als ökologisch bedeutsame Fläche im Flächennutzungsplan eingetragen.

Von der damaligen Bürgerinitiative erhofft sich der OB, dass sich deren Mitglieder auch weiterhin für den Platzenberg und den Naturschutz dort einsetzen werden. Die Stadt hat für dieses und das nächste Jahr 100000 Euro für den Landschaftsschutz dort im Haushalt eingestellt.

Über die Entwicklung des Platzenbergs informiert die Verwaltung am Donnerstag, 19. Januar, um 19 Uhr im Kurhaus in einer Bürgerinformation.

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