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Laternenfest Bad Homburg Schluss mit der Randale

Schlägereien, Diebstähle und Pöbeleien haben beim Laternenfest in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Jetzt will die Stadt verstärkt dagegen vorgehen. Von Anton J. Seib

29.10.2009 00:10
Anton J. Seib
Das Laternenfest in Bad Homburg. Foto: FR/Schick

Das Wochenende war heiß. Vor allem für die Polizei. Achtmal mussten die Beamten an den vier Laternenfest-Tagen im August ausrücken. Schlägereien, Randale, Diebstähle, mehrere Festnahmen. Brennpunkte waren das Areal rund ums Kurhaus und die so genannte Hugendubel-Passage an der Louisenstraße. Alkohol war meistens im Spiel, wenn einige der zigtausend Festbesucher ausrasteten. Jetzt will die Stadt als Ausrichter für mehr Sicherheit sorgen. Unter anderem soll ein mobiler privater Sicherheitsdienst auf Patrouille gehen.

Die SPD hatte mit einem Antrag die Diskussion in Gang gebracht. Am Dienstag wurde das brisante Thema im Jugendausschuss beraten. Alle waren sich einig, gegen die Auswüchse vorzugehen. Der Magistrat wird demnächst ein Konzept im Stadtparlament vorlegen.

Neben der Polizei, die zum Laternenfest stets Sonderschichten fährt, und dem Einsatz der städtischen Ordnungspolizei könnten zusätzlich zehn Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes eingesetzt werden, so der Vorschlag von Ordnungsdezernent Peter Vollrath-Kühne (FDP). 8000 Euro würde das kosten. "Wir werden auch mit einer Hundertschaft Polizei keine Schlägerei und keinen Alkoholmissbrauch verhindern können", so der FDP-Politiker. Aber man müsse das Risiko für jene erhöhen, die auf Randale aus seien. Hans-Peter Schäfer (NHU) regte an, kritische Stellen auf dem Festgelände per Videokameras zu überwachen.

Die Stadt will zudem einen Versuch gegen ein anderes Ärgernis starten. Viele Jugendliche versorgen sich - außer am Fest-Sonntag - in den Supermärkten in der Louisenstraße und im Rathaus regelmäßig mit Schnaps, um billig in Stimmung zu kommen. "Vorglühen" heißt das in der Szene.

"Vorglühen" mit Billig-Wodka

Die bis 22 Uhr geöffneten Märkte würden zu regelrechten Schnapsbuden, kritisiert die SPD-Politikern Elke Barth. "Da wird mit Kampfpreisen von fünf Euro für eine Flasche Wodka geworben." Eine Möglichkeit wäre nach Auffassung des Magistrats, mit den Marktleitern einen früheren Ladenschluss an den Festtagen zu vereinbaren. Das sei effektiver als eine Alterskontrolle an Ständen.

Peter Braun vom Organisationsteam des Laternenfestvereins, zugleich Stadtverordneter der Grünen, begrüßt die Vorschläge. Er appelliert an die Vernunft der Standbetreiber und nimmt vor allem die Junge Union ins Gebet. Zwar würden dort keine der berüchtigten Alcopops mehr an Jugendliche verkauft. Dennoch werde am JU-Stand mit Alkohol und spezieller Musik um jugendliche Kunden gebuhlt, "die auf Remmidemmi und Halligalli aus sind".

Standbetreiber und Lebensmittelläden seien allerdings nicht das Problem. Braun: "Die Jugendlichen rücken mit einem Rucksack voll Schnaps an. Das ist ein gesellschaftliches Phänomen."

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