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Kronberg Schüler als Konzertmanager

Die Kronberg Academy startet ihre „Meisterkurse & Konzerte“ mit einem gelungenen Experiment.

Rachel-Mariah Rau, Niklas Robisch und Hyein Han führen durch das Programm. Foto: Michael Schick

Wie begeistert man Kinder und Jugendliche für klassische Musik? Eine Frage, über die sich Konzertveranstalter seit Jahren genauso den Kopf zerbrechen wie Musiklehrer. Die Kronberg Academy hat nun für ihre „Cello Meisterkurse & Konzerte“ ein Experiment gewagt: Den Auftaktabend in der Stadthalle haben am Dienstag knapp 40 Schülerinnen und Schüler organisiert – und gleichzeitig dafür gesorgt, dass auch im Publikum vor allem junge Gesichter zu sehen waren.

Fazit: „Ihr könnt morgen alle hier anfangen“, rief Trenkler den „Schülermanagern“ zu, nachdem sich die drei ebenfalls noch jungen Cellisten Hayoung Choi, Anastasia Kobekina und Benedict Kloeckner ihren verdienten Beifall abgeholt hatten. Sein Angebot sei nicht als Spaß gemeint, versicherte Trenkler. „Wir freuen uns auf euch.“

Da könnte er bei Malin Jachnow und Julia Bredel offene Türen einrennen. Die beiden 17 Jahre alten Schülerinnen der Königsteiner St.-Angela-Schule waren in der „Künstlerbetreuung“ für Benedict Kloeckner eingeteilt. „Supernett“ sei der, findet Malin. Er lasse sich sogar duzen. Allerdings sei er nicht immer sofort auffindbar gewesen, erzählte Julia. „Und dann mussten wir ihn erst mal suchen.“

Das Konzert am Mittwochabend war der Schlusspunkt eines Bildungsprojektes, an dem sich außer der St.-Angela-Schule auch die Kronberger Altkönigschule und die Frankfurt International School mit Sitz in Oberursel beteiligten.

An allen drei Schulen wurden zunächst Teams gebildet, die im Juni in einem Workshop Grundlagen des Kulturmanagements und -marketings kennenlernten. Außerdem trafen sie „ihre“ Musiker, die sich alle drei an der Kronberger Academy auf eine internationale Solistenkarriere vorbereiten. Für je einen von ihnen organisierten die Schülermanager anschließend ein Konzert an ihrer eigenen Schule.

Das habe damals auch schon gut geklappt, versichern Malin und Julia. Vor allem ihre jüngeren Mitschüler seien kaum zu bremsen gewesen. Bei der Autogrammstunde nach dem Konzert hätten sie sich auf Kloeckner regelrecht „draufgestürzt“. An der Altkönigschule in Kronberg war das Interesse sogar so groß, dass Anastasia Kobekina ihr Konzert gleich dreimal spielen musste.

Moderation in zwei Sprachen

Am Dienstagabend traten die drei Musiker dann gemeinsam auf, und auch die Teams der verschiedenen Schulen arbeiteten hinter den Kulissen zusammen. Während einige auf der Bühne noch den Soundcheck machten, brachte die „Dokumentations“-Truppe bereits ihre Foto- und Videokameras in Position. Und durch das Foyer wuselten die „Hosts und Hostessen“ in ihren roten Westen und machten sich bereit, Zuschauer zu begrüßen und Karten abzureißen.

Derweil genehmigten sich die Moderatoren noch eine Pizza. Denn nicht nur das Geschehen vor und hinter der Bühne war Sache der Schülermanager: RachelMariah Rau (St.-Angela-Schule) und Hyein Han (Frankfurt International School) führten souverän auf Deutsch und Englisch durchs Programm und befragten in Kurzinterviews die drei Cellisten nach musikalischen Vorlieben und Hobbys.

Dabei erfuhr das Publikum unter anderem, dass Hayoung Choi zwischen zwei und sechs Stunden am Tag übt und in ihrer Freizeit Kuchen backt. Dass Anastasia Kobekina nicht nur Klassik, sondern auch Rockmusik hört und Benedict Kloeckner gerne eine Zeitreise unternehmen würde, um sich mit dem Komponisten Robert Schumann unterhalten zu können.

Alles in allem eine gelungene Sache. Den Beifall konnten sich nicht nur die Musiker abholen, sondern auch die Schülermanager – und Lea Niehaus, die ein Freiwilliges Jahr an der Kronberg Academy absolviert hat. Das Auftaktkonzert der „Cello Meisterkurse & Konzerte“ war gleichzeitig ihr Abschlussprojekt. Die Schüler seien von ihr und anderen Mitarbeitern der Kronberg Academy nur angeleitet worden. Alles andere hätten sie „selbst hingekriegt“, lobte Niehaus.

Das gilt auch für den Kartenverkauf. Da hatten sich die Schülermanager der St.-Angela-Schule besonders hervorgetan und einen kleinen internen Wettbewerb gewonnen. Als Belohnung bekommen sie nun eine exklusive Führung durch den Hessischen Rundfunk.

Aber auch für alle anderen Beteiligten inklusive der Konzertbesucher hatte Raimund Trenkler eine Überraschung parat: Sie dürfen im Dezember bei einer Probe von fünf jungen Cellisten mit dem Dirigenten Christoph Eschenbach und dem HR-Sinfonieorchester dabei sein.

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