Lade Inhalte...

Kronberg Konzertsaal am Bahnhof wird teurer

Der Bund unterstützt die Kronberg Academy mit neun Millionen Euro. Das benachbarte Hotel wird später fertig als geplant.

In dem Konzertsaal sollen einmal 550 Zuhörer Platz finden.

Nein, einen Vergleich mit der Elbphilharmonie wehrt Holger Heuermann entschieden ab. Eine ähnliche Kostenexplosion wie bei dem Hamburger Renommierprojekt werde es in Kronberg definitiv nicht geben, versichert der Pressesprecher der Kronberg Academy. Zum einen handele es sich bei dem Konzertsaal am Bahnhof um einen kompletten Neubau und nicht um die komplizierte Kombination mit einem Bestandsgebäude. Und zum anderen seien die Arbeiten zeitlich weiterhin im Plan. Das Richtfest ist für das kommende Jahr vorgesehen, die Eröffnung 2021.

Teurer als bislang veranschlagt wird aber auch das Casals Forum, zu dem neben dem Kammermusiksaal mit 550 Sitzplätzen auch ein Studienzentrum mit Probe- und Verwaltungsräumen gehört. Statt der bei Baubeginn veranschlagten 36 Millionen Euro gehen die Verantwortlichen nun von 45 Millionen Euro aus.

Die Gründe seien vielfältig, erläutert Heuermann. Da sei einmal die allgemeine Steigerung der Baukosten. Eine wichtige Rolle spiele aber auch die Topographie am Kronberger Bahnhof; Damit das Konzertgebäude bei einem Hochwasser nicht nach oben gedrückt wird, mussten doppelt so viele Bodenanker eingebaut werden als ursprünglich vorgesehen. Hinzu komme eine Umplanung beim Heizungssystem: Für Wärme und Kälte soll nun ein Eisspeicher sorgen.

Probleme mit der Finanzierung gibt es aber laut den Verantwortlichen nicht: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat beschlossen, die fehlenden neun Millionen Euro komplett aus Haushaltsresten beizusteuern. Der Bund übernimmt nun insgesamt 21,5 Millionen Euro, das Land beteiligt sich mit 4,5 Millionen. Der Kronberg Academy sei es zudem gelungen, 13 Millionen Euro von privaten Geldgebern einzusammeln. Hinzu kommen Eigenmittel und die Unterstützung des Kulturfonds Rhein-Main, der Stadt und der Taunussparkasse.

Die Kronberg Academy habe sich „zu einem internationalen Exzellenz- und Kreativitätszentrum der klassischen Musik“ entwickelt, begründet der kultur- und medienpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Martin Rabanus, das Engagement. Holger Heuermann sieht darin ein „großartiges Bekenntnis für die Bedeutung des Casals Forums“.

Zu ihren Festivals und Konzerten begrüßt die Academy die besten Cellisten und Geiger der Welt. Auch die 25 Studierenden gehören in ihrer Altersklasse zur internationalen Elite. Der Bau des Casals Forums sei dringend nötig, betont Heuermann. „Wir platzen aus allen Nähten.“ Am Standort in der Kronberger Altstadt fehlten Proberäume, für ihre Konzerte nutzt die Academy Stadthalle und Johanniskirche oder die Alte Oper in Frankfurt.

Während vom Casals Forum bislang nicht viel mehr als die Bodenplatte zu sehen ist, sind die Arbeiten für das nebenan entstehende Hotel schon weiter fortgeschritten. Allerdings hätten sie erst ein halbes Jahr später beginnen können als geplant, teilt Daniel Rinck vom Bauherrn Contracto GmbH mit – die Genehmigung habe auf sich warten lassen.

Die Fertigstellung des 96-Zimmer-Haus, betrieben von der österreichischen Vienna-Gruppe, ist für Spätsommer 2019 vorgesehen. Den Kostenrahmen von zwölf Millionen Euro werde er aber wohl einhalten können, sagt Rinck. Zwar habe auch er einige zusätzliche Pfähle einbauen lassen müssen, um den Boden zu sichern, doch bestehe hangabwärts, wo das Hotel entsteht, ein geringerer Staudruck.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen