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Königstein Kurbad Das alte Kurbad soll saniert werden

Die Sanierung des alten Kurbads in Königstein war lange umstritten. Doch jetzt steht im Stadtparlament eine Mehrheit für die Millioneninvestition. Einzig die ALK plädiert für einen Aufschub der Entscheidung.

Wie häufig berichtet, ist das Kurbad wegen der hohen Kosten in der Königsteiner Bevölkerung umstritten.“ Das stand in der Frankfurter Rundschau vom 11. Juni 1977, dem Tag vor der Eröffnung des Kurbades. 12,2 Millionen D-Mark hatte dessen Bau gekostet. Der Autor dieser Zeilen war damals noch nicht geboren. Doch es ist ein Satz, der heute, fast 37 Jahre später, noch ganz genau so gilt. Heute ist es eine andere Zahl, die für Furore sorgt – in einer anderen Währung: 9,1 Millionen Euro soll die Sanierung des Schwimmbades kosten, im Oktober 2011 war man in der Stadtpolitik noch von 7,6 Millionen Euro ausgegangen.

Die für einen Weiterbetrieb dringend benötigte Runderneuerung des Schwimmbades hat durchaus eine politische Mehrheit, wie sich in der vergangenen Woche im Haupt- und Finanzausschuss herausstellte. Einzig die Aktion Lebenswertes Königstein (ALK) stimmte gegen den Beschluss, das Bad zu sanieren. CDU, SPD, FDP und Grüne sind dafür. Am Donnerstag wird das Stadtparlament den Beschluss des Ausschusses aller Voraussicht nach bestätigen.

FDP bekennt sich zum Bad

In einer Mitteilung hat die FDP unterdessen ihr Bekenntnis zum Kurbad mit Nachdruck erneuert. Auch wenn sich der Betrieb des Bades nicht rechne, so sei es als denkmalgeschützter Bau eben doch erhaltenswert. Das bejahten selbst seine Gegner, so die FDP. Das Bad sei „eine der wichtigsten Attraktionen unserer Stadt“, betonen die Liberalen. Ein Abriss und die Kündigung der Mitarbeiter wäre mit Kosten von rund fünf Millionen Euro für die Stadt verbunden, rechnet die FDP vor. Zudem würde der Bäderpfennig, ein Landeszuschuss in Höhe von jährlich 230 000 Euro, entfallen.

Und obendrein verlören die Stadtwerke Erlöse für den Wasserbezug von etwa 170 000 Euro im Jahr. „Demgegenüber halten wir die laufenden Belastungen, die der Stadt im Falle der Sanierung und des Weiterbetriebs des Kurbades entstehen, für vertretbar, zumal sie niedriger sein werden als die gegenwärtigen Belastungen“, fügt die Partei hinzu.

Die ALK hat Bedenken gegen die Entscheidung zur Sanierung. Für einen solchen Beschluss sei dies der falsche Zeitpunkt, meint Fraktionschefin Hedwig Schlachter. Wenn die Stadt das Kurbad finanziell stemmen könnte, würde auch die ALK das Bad erhalten. Die Entscheidung sei jedoch schwierig und habe weitreichende Folgen für das klamme Königstein. Deshalb sei ein Aufschub sinnvoll, bis man sich auf ein Konzept zur Finanzierung verständigt habe, sagt Schlachter. Ob es bei den errechneten neun Millionen Euro bleiben werde, stoße nicht nur bei der ALK auf erhebliche Zweifel. Hinzu komme, dass das Kurbad für eine Sanierung monatelang geschlossen würde, just dann, wenn das neue Hallenbad in Oberursel öffnet.

Das Kurbad müsste sich „mühsam seine Marktanteile zurückerkämpfen“. Zuletzt wurden im Bad bis zu 180 000 Gäste jährlich gezählt. Es ist noch Luft nach oben: 1977, das Bad war gerade eröffnet, waren es bis zu 1000 Besucher am Tag.

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