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Kaiserin-Friedrich-Gymnasium Fünf Gründe, Latein zu lernen

Bei der Philhellenia im Kaiserin-Friedrich-Gymnasium Bad Homburg machen sich 600 Gäste mit römischer Kultur und Essgewohnheiten vertraut. Von Jonathan Vorrath

02.10.2009 00:10
Jonathan Vorrath
Altertum praktisch: Eine Schülerin legt Mosaike. Foto: FR/Müller

"Assam a furno interes", erklärt die römische Dame Tullia Pompilia. Sie versucht zwanzig staunenden Schülern die römische Küche anhand von Rezepten auf Latein nahezubringen. Ihre Aufforderung heißt so viel wie "Trage den Schweinebraten aus dem Ofen heran". Die Römerin heißt im wahren Leben Katharina Schaaf und unterrichtet Latein, unter anderem an der Frankfurter Goethe-Universität. Gestern betreute sie einen der Workshops im Programm der sechsten Philhellenia. Das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (KGF) war an diesem Tag Ausrichter der Veranstaltung für antike Sprachen und Kulturen und Gastgeber für 600 Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen.

"Die Philhellenia soll einen lebendigen Austausch mit der Antike herstellen. Sie soll zeigen, dass die Antike nicht alt und verstaubt, sondern wichtig für uns ist. Denn in der Antike liegen die Wurzeln unserer Kultur", sagt Schulleiterin Heike Zinke in ihrer Begrüßungsansprache. Das Programm mit Workshops und Vorträgen reicht von griechischen Tänzen über Mosaikbasteleien bis hin zu römischer Waffenkunde.

Fast alle Aspekte antiker Kulturen können die Schüler kennenlernen. Gastreferent ist Professor Alexander Demandt, der als Koryphäe auf dem Gebiet der Altphilologie gilt.

Ein Schwerpunkt der Philhellenia liegt auf den antiken Sprachen, da die meisten der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler Latein oder Altgriechisch lernen. Das KFG ist mit seinem altsprachlichen Profil der richtige Ort für dieses Treffen der Sprachinteressierten. Als letzte öffentliche Schule im Hochtaunuskreis, an der Latein als erste Fremdsprache gewählt werden kann, erfreut sich das KFG regen Zulaufs. "Pro Jahrgang bekommen wir ein bis zwei Lateinklassen zusammen. Das sind zwischen 30 und 40 Schüler. Die Nachfrage für Griechisch ist nicht so stark", so Zinke.

Dass man eine altsprachliche Ausbildung, besonders in Latein, im späteren Leben gebrauchen kann, zeigt Katharina Schaaf. Wenn sie nicht gerade als römische Dame unterwegs ist, hilft sie Studenten, das Latinum zu erlangen. "Viele meiner Studenten ärgern sich, kein Latein an der Schule gelernt zu haben. Es an der Uni nachzuholen ist schwerer und viele fallen durch", berichtet die Lateinlehrerin, die selbst am KFG zur Schule gegangen ist.

Studiengänge in Geschichte, Theologie, Medizin und in sämtlichen Sprachen setzen das Latinum oder zumindest Grundkenntnisse voraus. "Außerdem bekommt man an der Uni leichter Studentenjobs und bei den meisten Professoren hat man mit gutem Latein einen Stein im Brett", gibt Schaaf aus eigener Erfahrung zu bedenken. Als Wurzel vieler europäischer Sprachen biete Latein eine gute Grundlage für das Erlernen weiterer Sprachen. "Durch das systematische Vorgehen beim Übersetzen lateinischer Texte verbessert man auch sein Sprachgefühl. Ich kann jedem empfehlen Latein zu lernen", betont Schaaf.

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