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Jakobskirche Ein Zuhause für die „Blickachsen“

Der Galerist Christian Scheffel und der Architekt Dietmar Schäfer bauen die Jakobskirche in Bad Homburg um. Das ehemalige Gotteshaus, das zuvor als Turnhalle genutzt wurde, soll eine Galerie mit drei Ausstellungsbereichen werden.

An den Turnverein erinnert ein Mosaik am Eingang. Foto: Martin Weis

Der Galerist Christian Scheffel und der Architekt Dietmar Schäfer bauen die Jakobskirche in Bad Homburg um. Das ehemalige Gotteshaus, das zuvor als Turnhalle genutzt wurde, soll eine Galerie mit drei Ausstellungsbereichen werden.

Es ist kalt in der alten Kirche, die lange Jahre eine Turnhalle war. Oben an der Decke haben die Bauleute bereits mit dem Arbeiten angefangen, man sieht die ursprüngliche Tonnendecke des Kirchenbaus aus dem Jahr 1718, meterlange Eichenbretter, einige fehlen, manche sind zu Hälfte abgebrochen. Durch eine Lücke im Gebälk kann man bis zum Fenster des Dachtürmchens spicken.

Das Tonnengewölbe hat sich hinter der deutlich niedrigeren Turnhallendecke verborgen. 1905 war sie von dem Architekten Louis Jacobi eingezogen worden. Jetzt soll das Gebäude wieder ein hohe Decke bekommen, die Bretter werden mit Gipskarton verputzt und alle Wände weiß gestrichen, erklärt Architekt Dietmar Schäfer.

Einer von vielen Punkten, an denen Neues mit Altem verbunden werden wird bei diesem Großprojekt. Der Galerist Christian Scheffel hatte die Turnhalle vom Homburger Turnverein gekauft und baut nun zusammen mit dem Architekturbüro Kreateam einen Ausstellungsraum für Großskulpturen. In dem Ensemble sollen die „Blickachsen“ ein Zuhause bekommen, freut sich Scheffel bei der Vorstellung der Umbaupläne.

Scheffel hat einen Wunschtermin, an dem er in den neuen Räume gerne das erste Mal ausstellen würde, nämlich anlässlich der Eröffnung der „Blickachsen“ in zwei Jahren, also im Mai 2015. Ob das zu machen ist, wissen aber derzeit weder der neue Hausbesitzer noch sein Architekt. Egal wo in dem denkmalgeschützten Gebäude gearbeitet wird, schaut auch das Denkmalamt genau hin, das alles werde Zeit brauchen, prophezeit Schäfer.

Das Ensemble auf dem knapp 1000 Quadratmeter großen Areal soll einmal drei Ausstellungsbereiche haben: die alte Kirche, die in den 80er Jahren angebaute kleine Sporthalle und den Garten. Derzeit sind das alte und das neue Gebäude aneinandergebaut. Sie werden getrennt und die Fassade des Haupthauses restauriert. Ein gläserner Gang wird die Häuser dann wieder verbinden.

Im ehemaligen Kirchenschiff soll nur wenig verändert werden. Der Durchgang zum kleinen Gebäude muss auf etwa drei mal vier Meter erweitert werden, große Skulpturen sollen durch den Durchgang passen. Die künftige Gestaltung der hohen Rundbogenfenster mit farbigem Glas orientiert sich an den letzten verbliebenen Fenstern aus der Turnhallen-Umbauphase. Der Anbau soll eine einheitlichere Struktur bekommen, die Fassade wird vorgezogen, ein Flachdach sorgt für klare Linien.

Als ein „Lebenswerk“ bezeichnet Christian Scheffler den Umbau und bedankt sich bei Kulturdezernentin Beate Fleige für den Hinweis auf die ehemalige Turnhalle. „Wir sind alle Gewinner“, freut sich Fleige. Die neue Galerie bereichere die künftige Kulturmeile Dorotheenstraße. Fleige hofft, dass die Bauarbeiten es erlauben werden, dass Neugierige im Mai zur „Blickachsen“-Eröffnung einen Blick in die Jakobskirche werfen können.

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