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Hochtaunus Vertrag für S-Bahn-Ausbau unterzeichnet

Rund 20 Millionen soll das Projekt kosten und vielleicht Ende 2019 fertig sein.

Nicht nur die Taunusbahn soll künftig in Richtung Usingen unterwegs sein. Foto: Renate Hoyer

Das wichtigste Infrastrukturprojekt für das Usinger Land ist nun zumindest vertraglich in trockenen Tüchern. Gestern unterzeichneten die Geschäftsführung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), Landrat Ulrich Krebs (als Verbandsvorsitzender des VHT) und Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes den Kooperationsvertrag für die Planung der Elektrifizierung der Trasse ins Usinger Land.

Vielleicht schon zum Fahrplanwechsel 2019/2020 soll die S 5 dann halbstündlich bis nach Usingen fahren. Die Verbindung später in einem zweiten Schritt bis Grävenwiesbach weiterzuführen, wird geprüft. Einig sind sich alle über die Bedeutung des Projekts. Es werte das gesamte Usinger Land lauf, sagt Landrat Ulrich Krebs. Es gehe um die Verbesserung der dortigen Lebensqualität, aber auch um die Bedeutung der Region als Wohnraumreserve für das zentrale Rhein-Main-Gebiet.

Zwischen 3000 und 5000 zusätzliche Fahrgäste werden täglich auf der verlängerten S-Bahn-Linie erwartet, sagt RMV-Geschäftsführer André Kavai. Thomas Busch, Planungschef des RMV, freut sich über den hohen Kosten-Nutzen-Faktor des Projekts, von dem auch die öffentlichen Förderung abhänge. Hessen Mobil, das Verkehrsmanagement des Landes, sei von Anfang an in die Planung einbezogen worden, sagte Busch.

Die Planer errechneten, dass pro Werktag 70 000 Autos weniger in Richtung Vordertaunus unterwegs sein werden, erklärte Busch. OB Hetjes sieht die S-Bahn auch als Entlastung für die PPR-Kreuzung an der Saalburgchaussee in Bad Homburg.

Die bisher genannten Kosten von 20 Millionen sind für die Elektrifizierung eingeplant, erklärt Busch. An den Gleisen muss offenbar wenig gebaut werden, an manchen Stationen, zum Beispiel in Usingen, wird es Umbauten geben müssen. Auch kann es an einigen Teilstrecken nötig werden, zweigleisig zu werden. Zu all diesen Details machen die Verantwortlichen aber noch keine genauen Angaben. Erst jetzt, wo die Tinte unter dem Kooperationsvertrag trocken ist, kann mit konkreter Planung begonnen werden.

Bau könnte im Jahr 2018 losgehen

Die Fahrzeit aus dem Usinger Land in den Vordertaunus wird nicht kürzer, es entfällt aber die Umsteigezeit, zum Beispiel in Bad Homburg. Die Züge der Taunusbahn sollen weiter, parallel zur S-Bahn, auf dem gleichen Gleisnetz fahren. Wenn alles gut laufe, so Planer Busch, könne das Planfeststellungsverfahren 2017 laufen, dies bedeute einen Baubeginn frühestens im Jahr 2018.

Busch und Kavai machen klar, dass sie das Projekt als Teil eines Gesamtpaketes sehen. Mit im Paket stecken auch die Pläne, die Linie 16 der Hessischen Landesbahn nach Friedberg über Friedrichsdorf hinaus zu einem neuen Endhaltepunkt in Bad Homburg zu verlängern.

Das macht die Kreisstadt auch noch ohne die Regionaltangente West bereits zu einem Verkehrsknotenpunkt im Norden des Rhein-Main-Gebiets. Mit im Paket steckt aber auch die Verlängerung der U2 von Gonzenheim in Richtung Innenstadt, weil damit der Taunus aus Richtung Frankfurt noch einmal über die S 5 direkt angebunden wird.

Hier habe er die klare Erwartung, dass es zu einer Lösung kommen wird, formuliert Landrat Krebs deutlich. OB Hetjes sagt nichts zur U 2, auch wenn er ansonsten von einer „Win-Win“-Situation spricht, sich über die gute Erreichbarkeit des geplanten „Kino- und Disco-Zentrums“ am Bahnhof Bad Homburg freut und auf eine Entlastung der PPR-Kreuzung baut.

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