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Hochtaunus Schwellen und Schienen der Taunusbahn werden erneuert

Die Hessische Landesbahn will die Trasse der Taunusbahn für 1,3 Millionen Euro sanieren. Spezialfirmen sollen die Arbeiten nachts verrichten.

Taunusbahn Bad Homburg
In Wartestellung im Bahnhof Bad Homburg: Die Taunusbahn wird in den kommenden Wochen nur noch werktags rollen. Foto: Michael Schick

Wie strapaziert die Verkehrslage auf den Verbindungswegen von der nördlichen in die südliche Taunusregion ist, erweist sich dieser Tage. Um den Fahrzeugstrom durch das Nadelöhr der Peters-Pneu-Renova-Kreuzung vor Bad Homburg in schnellere Bewegung zu bringen, wird dort umgebaut.

Über drei Monate erstreckt sich, was trotz Verzicht auf die lange diskutierten Tunnel- oder Rampe-Variationen in „kleiner Lösung“ Entlastung bringen soll. Dass die Bautätigkeit ohne Behinderungen und Störungen nicht zu haben ist, dürfte keinen erfahrenen Motoristen überraschen.

Im Blickpunkt steht daneben auch die Strecke der Taunusbahn zwischen Brandoberndorf und Friedrichsdorf, eine von Jahr zu Jahr stärker frequentierte Zugverbindung in den Ballungsraum Rhein-Main. Weit über 10.000 Menschen rollen täglich durch Wald und Feld, zu den Stoßzeiten sind die Abteile überfüllt. Für vier Wochenenden im Juni und Juli hat die Hessische Landesbahn (HLB) als Betreiber – Eigentümer der Route ist der Verkehrsverbund Hochtaunus – nun umfassende Wartungsarbeiten angekündigt.

Beginnend mit dem Freitagabend des 22. Juni sollen in den Bahnhöfen von Wehrheim, Neu-Anspach und Saalburg die Gleisanlagen erneuert werden. Seit einem Vierteljahrhundert liegen die Schwellen aus Buchen- oder Eichenholz im Schotterbett, sind am Endpunkt ihrer Nutzungsdauer angelangt. „Das Holz geht jetzt teilweise kaputt“, sagt HLB-Pressesprecherin Susanne von Weyhe. Und weil die externen Spezialisten mit schwerem Gerät vor Ort sind, können malträtierte Schienen ebenfalls ausgetauscht werden. „Einige sind ziemlich abgefahren, das Material wird dann anfällig.“ Um werktags den normalen Betrieb bis zur Mitternachtsstunde aufrechtzuerhalten, bedarf es der Nacht- und Wochenendarbeit. „Wir haben gut geplant, damit es im anvisierten Zeitfenster zu schaffen ist“, sagt von Weyhe.

Zu den betroffenen Zeiten werden Busse als Ersatzfahrzeuge bereitgestellt. Nicht immer befänden sich die entsprechenden Haltestellen in Bahnsteignähe, heißt es. Den „Wegeleitungen“ sei zu folgen. Aber bitte ohne Fahrrad – diese werden in den Bussen nicht mitgenommen.

In dem rund 1,3 Millionen Euro schweren Kostenpaket sind auch die Instandsetzungen der Weichen von Friedrichsdorf, Köppern, Saalburg und Wilhelmsdorf enthalten. Einzelne Bahnübergänge an der Trasse können ab dem 22. Juni ebenfalls zeitweise nicht passiert werden: Auf den „Obernhainer Weg“ in Wehrheim folgen sieben Tage später die Wehrheimer Bahnhofstraße sowie die Querungen in Neu-Anspach und Grävenwiesbach-Hundstadt. Zur Lagerung von Schwellen und Schotter werden Teile des Anspacher Park-&-Ride-Areals gesperrt.

Die von der Hessischen Landesbahn beauftragten Firmen – „verschiedene Mannschaften im Schichtdienst“ – kommen mit Radladern, Lkw, auch mit einem Duo der schienentauglichen „Zweiwegebagger“. Mit maschineller Kraft sollen Fahrbahnbelag oder Platten gehoben und teilweise ersetzt werden.

Besondere Bedeutung innerhalb des Programmes haben die sogenannten Stopfarbeiten, bei der das „größte und lauteste“ Gerät seinen Dienst tut. wie von Weyhe sagt. „In drei Arbeitsgängen wird damit der Schotter verdichtet.“ Im Bahnhof von Neu-Anspach bewerkstelligt zudem ein Kran den notwendigen Weichenwechsel. An der Station Saalburg muss die Tiefenentwässerung ausgebessert werden.

Die Mannigfaltigkeit der großen Taunusbahn-Renovierung („Eine der am meisten belasteten Trassen in unserem Hoheitsgebiet“) ist jedenfalls offensichtlich. Nicht alle Details lassen sich aufzählen. Insgesamt 80 hessische Schienenkilometer werden derzeit von der regional agierenden Landesbahn GmbH betreut. 1,3 Kilometer davon entfallen auf den Hasselborner Tunnel, der seit geraumer Zeit in mehreren Etappen auf Vordermann gebracht wird.

Ein weiterer Teil der insgesamt 160 Baublöcke gerät zwischen dem 23. Juni und dem 14. Oktober ins Visier der Sanierer. Jedweder Bahnverkehr von Grävenwiesbach nach Brandoberndorf ist dann gestoppt. Reisende, die auch diese Lücke meistern wollen, sind wiederum auf den rettenden Bus angewiesen.

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