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Hochtaunus Knatsch um Schulessen

Koalition im Kreistag lehnt Umfrage unter Schülern ab, die die Grünen gefordert hatten. Die FDP lässt nicht locker.

So emotional hat man Landrat Ulrich Krebs (CDU) selten erlebt wie bei seinem Plädoyer in der jüngsten Kreistagssitzung gegen eine Umfrage zum Schulessen im Hochtaunuskreis. Die Grünen hatten den Antrag gestellt, gemeinsam mit dem Kreisschülerrat eine Befragung unter den Schülerinnen und Schülern im Hochtaunuskreis in Auftrag zu geben.

„Wir wollen, dass die Schüler selbst entscheiden, was sie essen wollen“, hatte Lars Keitel den Vorstoß seiner Fraktion begründet. In einem Gespräch mit Mitgliedern der Kreisschülervertretung habe sich gezeigt, dass die Vorlieben sich nicht nur auf Pizza und Würstchen beschränken, sondern auch gesunde Gerichte gefragt seien.

Krebs deutete das jedoch offenbar als direkten Angriff auf den kreiseigenen Taunus Menü Service (TMS), der viele der Schulen im Hochtaunus mit Essen beliefert. Und so bezeichnete er den Grünen-Antrag als „Populismus in seiner reinsten Form“.

Der TMS habe bereits ein Qualitätsmanagement und die Rückmeldungen vor allem aus den Grundschulen seien positiv, betonte der Landrat. Das Thema sei zudem nicht mit einer einfachen Umfrage abzuhandeln.

Unterstützung bekam er von Walter Breinl (SPD), viele Jahre Schulleiter an der IGS Stierstadt in Oberursel. Der TMS befrage ständig die Schüler zu ihrer Zufriedenheit, bei Beschwerden werde schnell reagiert, so Breinl. Dafür sorge unter anderem ein spezieller Schulkoordinator. „Der geht dahin, wo es brennt.“

Breinl regte an, an den Schulen Verpflegungsausschüsse einzurichten, in denen die Schüler mitreden können. Das sei besser als eine teure Umfrage. Die wurde dann auch mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition abgelehnt.

Damit will die FDP-Fraktion das Thema jedoch nicht auf sich beruhen lassen. In einer Pressemitteilung bringt sie eine „eigene, internetbasierte Umfrage gemeinsam mit dem Kreisschülerrat“ ins Spiel.

Der Koalition werfen die Freien Demokraten eine „überhebliche Haltung vor“. Die FDP würde den TMS gerne privatisieren, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen. twe

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