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Hochtaunus Das Duo der Sendestation Feldberg

Ein Techniker-Duo garantiert den störungsfreien Sendebetrieb auf dem Großen Feldberg. Nach dem Abzug der Betriebszentrale vor acht Jahren ins Frankfurter Stammhaus sind Thomas Elsinger und Robert Zimmer für alle Belange des wichtigsten HR-Senderstandortes verantwortlich.

Von Türmen und Antennen umgeben: Robert Zimmer (links) und Thomas Elsinger. Foto: Michael Schick

Ein Sommertag auf dem Großen Feldberg. Kurz nach 9 Uhr, die Turmspitzen in Nebel getaucht, Windstöße treiben graues Geschlier vor sich her. Nichts besonderes für Harald Mathes: „200 Nebeltage pro Jahr sind hier oben normal.“

Der Ingenieur des Hessischen Rundfunks muss es wissen – 15 Jahre lang hat er in der Sendestation Feldberg als Mitglied der Abteilung Programmverbreitung gearbeitet. Von dem einst stattlich besetzten Team auf 880 Meter über dem Meeresspiegel – wahrlich einer der höchst gelegenen Arbeitsplätze in Hessen – ist ein Duo übrig geblieben.

Nach dem Abzug der Betriebszentrale vor acht Jahren ins Frankfurter Stammhaus sind Thomas Elsinger und Robert Zimmer für alle Belange des wichtigsten HR-Senderstandortes verantwortlich. Zu ihrem Bereich gehört eine Programmvielfalt von 22 TV-, 6 UKW-Radio- und 25 Digitalradio-Programmen.

Kernstück des Anwesens ist der sich 116 Meter in den Himmel schraubende Rohrmast mit seiner reichen Antennenausstattung. Ultrakurzwellen- und Digital Audio Broadcasting-Formate sind hier ebenso verankert wie diverse Mitbenutzer-Anlagen. Im Inneren des sich zwischen Mast und Aussichtsturm hinstreckenden Gebäudes sind Sendersaal und Weichenraum mit ihren schier unzähligen Einzelgerätschaften. „Jeden Tag ist mit Überraschungen zu rechnen“, sagt der in Darmstadt wohnende und für Wartung, Reparaturen und Qualitätsmessungen zuständige Sender-Ingenieur Elsinger. Seit der Personalverschiebung 2006 melden sich Kollegen aus der Mainmetropole, wenn es im Sendegebiet zu Unschärfen kommt.

An diesem Tag ist es eine Endstufe, die wieder auf Trab gebracht werden muss. Im Nebenraum, wo sich sanfte Radioklänge ausbreiten, ist der Reservesender von HR2 defekt. „Trotz allem sind die Sender längst nicht so wartungsanfällig wie früher.“

Früher. Als zuerst das Radio Einzug hielt, dann der erste Fernsehkanal, schließlich die Sensationen von Stereophonie und Farbfernsehen. Eine Epoche, in der es auf dem Feldberg sehr lebhaft zuging, als 16 Menschen im Schichtbetrieb beschäftigt waren, Hausmeister und Sender-Leiter das Gebäude auch als Wohnstätte nutzten. Dass noch immer Schlafraum, Küche und Dusche vorhanden sind, hat seinen Grund. „Es gibt Winter, in denen von hier oben kein Fortkommen mehr ist“, sagt Betriebstechniker Zimmer. 28 kalte Jahreszeiten hat der Wehrheimer mittlerweile auf dem Gipfelplateau erlebt. Vor Jahren sei man nach einem massiven Eisbruch für eine Woche von der Außenwelt abgeschnitten gewesen. „Gut, dass der Kühlschrank gefüllt war.“

Technische Herausforderungen und eine schnelllebige Branche prägen den Alltag der beiden verbliebenen Feldberg-Recken. Zum Geschäft gehören dabei auch Turm- und Mastbesteigungen. „Manchmal müssen Antennen umgeschaltet oder Flugsicherungslampen ausgetauscht werden.“ Kein Zuckerschlecken: Wer auf der Mastspitze zugange ist, befindet sich einen Kilometer über Meereshöhe. Die Rettungsausrüstung liegt jedenfalls immer griffbereit.

Unabhängige Position

Die Mutterstation des Hessischen Rundfunks hat bis heute ihre Ausnahmestellung bewahrt. Harald Mathes: „Unschätzbare Vorteile sind die herausgehobene topographische Lage und die unmittelbare Nähe zum Ballungsraum Rhein-Main.“ Als Besitzer des Feldberg-Senders könne der HR flexibel und schnell auf jede Veränderung reagieren und bleibe in unabhängiger Position.

In rotweißer Farbgebung erheben sich drei Trägerelemente, um Bild und Ton in das weite Umland auszusenden. Eine Reserve-Antenne garantiert auch bei Störungen für reibungslose Abläufe. Eisstarrende Taunuswinter und andere Kalamitäten können einem ungestörten Radiogenuss daher kaum in die Quere kommen.

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