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"Geld.Macht.Liebe" Fernsehdreh de luxe

Die Produktionsfirma Tivoli hat ihre Dreharbeiten rund um die ehemalige Tannenwaldklinik in Bad Homburg beendet. Das Ergebnis ist ab 6. Juli in der ARD zu sehen. Von Martina Propson-Hauck

19.06.2009 00:06
Martina Propson-Hauck
Dreharbeiten zur ARD-Serie "Geld.Macht.Liebe". Roland Koch, Elena von Eysmondt, Jana Klinge und Luca Jochen (Carlos) (v.l.). Foto: FR/Schick

Geld, Macht und Liebe die Letzte. Gestern hat die Produktionsfirma Tivoli ihre Dreharbeiten rund um die ehemalige Tannenwaldklinik in Bad Homburg beendet. Am 6. Juli wird der 90-minütige Pilotfilm für 19 Folgen der Serie mit dem Titel "Geld.Macht.Liebe" in der ARD ausgestrahlt. Bis zum Jahresende soll die Saga um die wohlhabende Familie Rheinberg jeden Montag Abend zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr ein breites Publikum in die Welt der Reichen und Schönen entführen und damit Quote machen. Auch ein Stück Bad Homburg wird dabei durch die Wohnzimmer flimmern. Denn gedreht hat das Team um Produzentin Gudula von Eysmondt auch in der Villa an der Tannenwaldallee - dem fiktiven Familiensitz.

Auch ein Gefängnis, eine Geburtsklinik und ein Bordell, die im Film zu sehen sind, sind in Räumen der alten Villa nachgebaut.

Dem nicht genug, hat die Produktionsfirma gleich ihren Sitz nach Bad Homburg verlegt - weil die Villa dafür ideal schien. Hier möchte sie gern noch länger bleiben und immer weiter drehen. Geschichten für mehr als zehn weitere Folgen liegen schon in der Schublade. Ob die Serie allerdings solch ein Dauerbrenner wird, das entscheiden die Zuschauer. Von deren Einschaltquote hängt beim Sender ab, ob es ein Okay für weitere Folgen gibt und Bad Homburg eine kleine Filmmetropole bleibt. Die Serie ist nach Auskunft ihrer Presseagentur derzeit immerhin Hessens größte Filmproduktion überhaupt.

Villa und Park in Schuss gebracht

"Es kann nur im Interesse der Stadt sein, wenn die Serie gut ankommt", sagt Stadtpressesprecher Andreas Möring. Denn durch das Engagement der Filmproduktion wird nicht nur Bad Homburg als Drehort einer weiteren Serie in aller Munde sein (wie vor weniggen Jahren erst durch die skurril-überdrehten "Polizeiruf"-Folgen): So sind auch die alte Villa und der riesige Park ringsum wieder ordentlich in Schuss gebracht worden. Seit Ende 2003 die Neurologische Klinik dort ihre Pforten für immer schloss, lagen Grundstück und Villa nämlich fast fünf Jahre lang brach.

"Wir haben allein in den Park sehr, sehr viel Geld gesteckt, haben die Bäume schneiden lassen und den Vorgarten nach alten Vorbildern wieder hergestellt", sagt Eysmondt. Auch im Inneren der Villa ist viel geschehen: Tivoli hat komplett renoviert, edel tapeziert, Parkett abgeschliffen, Kristallleuchter aufgehängt und historische Möbel gekauft, um das Flair der alten Villa wieder herzustellen.

Die mehr als 50 Jahre lang von der Neurologischen Klinik genutzte Villa in Gustavs Garten ließ der Frankfurter Bankier Julius Wertheimber um 1900 als Sommerhaus für seine Familie bauen lassen. Eine Festschrift von 1977 sagt, dass die Villa in der Nazizeit "an das Deutsche Reich fiel".

Das spräche für eine Enteignung des Juden Wertheimber. Dem widerspricht Eysmondt energisch. Wertheimber sei nicht enteignet worden, er habe das Haus "ganz regulär verkauft", das habe man recherchiert.

Im Stadtarchiv kann man weder das eine noch das andere bestätigen. Gegenwärtig gehören Villa und Park jedenfalls dem Bund. 2007 hatten die Stadtverordneten Oberbürgermeisterin Jungherr aufgefordert, sich beim Bund um den Kauf des Anwesens zu bemühen. Tivoli hat Haus und Garten von der Bundesimmobilienverwaltung für die gesamte Dauer der Serien-Produktion gemietet - mit einer Option auf Verlängerung, falls die Zuschauer kräftig einschalten.

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