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Gaststätte in der Taunushalle Oberursel Gaststätte wird zu Kindergarten

In Oberursel fehlen Kindergartenplätze. Um den Bedarf zu decken, geht die Stadt ungewöhnliche Wege. Die ehemalige Gaststätte in der Taunushalle wird zu einer Kita umgebaut.

Leerstehende Taunushalle in Oberursel
Gastlich soll es hier auch zugehen, wenn die Kleinen eingezogen sind. Foto: Monika Müller

Nach den neuesten Erhebungen fehlen in Oberursel 233 Kindergartenplätze – und auch die Perspektive für die kommenden Jahre verheißt keine nennenswerte Entspannung. Um den Rechtsanspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz zu sichern, greift die Stadt nun zu einem ungewöhnlichen Mittel: Die ehemalige Gaststätte in der Taunushalle in Oberstedten wird zu einem Kindergarten umgebaut, in dem zwei Gruppen für jeweils 23 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren betreut werden können. Allein in Oberstedten fehlen für diese Altersgruppe 74 Plätze.

Nachdem das Stadtparlament dem Projekt in seiner jüngsten Sitzung mit breiter Mehrheit grünes Licht gegeben hat – nur die AfD und ein FDP-Stadtverordneter stimmten nicht zu –, geht Oberursels Erster Stadtrat und Sozialdezernent Christof Fink (Grüne) davon aus, dass der Kita-Betrieb im zweiten Quartal 2019 starten kann. 

Träger ist der Verein zur Förderung und Integration Behinderter (VzF), der in Oberursel bereits drei Kindertagesstätten und einen Hort betreibt. Darunter auch die Kita Oberstedten in direkter Nachbarschaft zur Taunushalle. Dadurch könne man Synergien nutzen und Kosten einsparen, betont Christof Fink. So brauche man kein zusätzliches Leitungspersonal und die Vertretung der Erzieherinnen im Krankheitsfall oder Urlaub sei gesichert. 

Für die laufenden Betriebskosten kalkuliert der Erste Stadtrat mit 236 000 Euro pro Jahr. Hinzu kommt für die Instandsetzung der Gaststättenräume und die Einrichtung der Kita einmalig ein Betrag von 274 000 Euro. Fink geht allerdings davon aus, dass die Stadt davon lediglich 33 000 Euro selbst stemmen muss. Üblicherweise fördere das Land Hessen Umbau und Sanierung von Kita-Gebäuden mit bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. 

Gleichzeitig soll die Kinderbetreuung auch wieder für mehr Leben in der Taunushalle sorgen. Deren Auslastung ist nämlich in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, vor allem seit der TV Oberstedten als einer der Hauptnutzer sich eine eigene neue Turnhalle gebaut hat. 

Gerade einmal fünf bis acht größere Veranstaltungen pro Jahr finden laut einem Magistratsbericht noch in der Halle statt. Die Gastronomie ist seit Dezember 2017 geschlossen. Immerhin hat sich für die Räume der früheren Kegelbahn mit dem Billard- und Dart-Club seit 2016 wieder ein Dauernutzer gefunden. 

Das Stadtparlament hat nun den Magistrat beauftragt, ein Konzept für die Zukunft der Taunushalle zu erstellen. Ziel ist, die eigentliche Halle an einen Verein zu übertragen, der sie für sportliche und kulturelle Aktivitäten nutzen kann. Wobei die Taunushalle sich nicht für großflächige Mannschafts- und Ballsportarten eignet, sondern eher für kleinräumige Sportarten wie Yoga, Gesundheitssport oder Mutter-Kind-Aktivitäten. Gleichzeitig soll sie aber weiterhin „für eine gewisse Anzahl gesellschaftlicher Veranstaltungen im Stadtteil zur Verfügung stehen“. Wie Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) mitteilt, verhandelt die Stadtverwaltung derzeit auch bereits mit einem interessierten Verein. Sollte es nicht zu einer Einigung kommen, werde die Stadt sich vorerst selbst um die Auslastung der Halle kümmern. 

Darüber hinaus muss sie aber auch noch eine ganze Reihe weiterer Kindergartenplätze schaffen. Derzeit gebe es Gespräche mit verschiedenen Trägern über die mögliche Erweiterung bestehender Einrichtungen, berichtet der Erste Stadtrat Fink im Gespräch mit der FR. Allerdings werde das wohl nicht reichen. Deswegen gehe er davon aus, dass ein oder zwei neue Einrichtungen nötig sein könnten. Wo diese entstehen sollen und wer als Betreiber infrage kommt, ist allerdings noch völlig offen. 

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