Lade Inhalte...

Friedrichsdorf Sicher durchs Netz

Friedrichsorfer Kinder erfahren beim Projekt „Sichere Kids im Netz – Kita 3.0“ mehr über den richtigen Umgang mit Computer und Internet.

01.11.2010 17:46
Julia Wacket
Sichere Kids im Natz, Kinderhaus "Am Erlenbach" Foto: Michael Schick

Kind reiht sich an Kind in dem kleinen Computerraum des Kinderhauses „Am Erlenbach“ in Köppern. Die kleinen Augen schauen wie magnetisiert auf den Bildschirm. Grund für das Gedränge: ein neuer Computer. Gespendet hat das beliebte Objekt der Verein „Sicheres Netz hilft“. Mit dem Projekt „Sichere Kids im Netz – Kita 3.0“, will der Verein den Kleinen den geeigneten und sicheren Umgang mit dem Internet beibringen. Vier Kindergärten in Friedrichsdorf machen mit. Damit ist die Stadt die erste im Hochtaunuskreis, die an dem Projekt teilnimmt.

Zusammen mit dem Medienprojektzentrum Offener Kanal Kassel (MOK) hat der Verein „Sicheres Netz hilft“ die Initiative gegründet. Der Personalcomputer ist ausgestattet mit Internetanschluss, einer eingebauten Kindersicherung, sowie einer Lern- und Sprachsoftware. Das Gesamtpaket kostet circa 800 Euro. Doch neben der reinen Technik setzt das Projekt auch auf Kommunikation. Den Erziehern des Kinderhauses wird bei einer Schulung erklärt, wie sie das Internet richtig nutzen und den Kindern den Umgang mit Medien spielerisch vermitteln. Oft sei es so, dass die Erwachsenen weniger Ahnung vom Umgang mit dem Internet hätten, als ihre eigenen Kinder, so erster Stadtrat Norbert Fischer. „Meine 14-jährige Tochter macht mir am PC was vor“, sagt er.

Die Elternarbeit ist für das Projekt daher mindestens genauso wichtig. „Manche Eltern sind skeptisch. Sie fragen sich: Muss das denn schon so früh sein?“ sagt die Leiterin des Kinderhauses Sandra Breuer. Sie findet, es muss. Besonders die Schüler der vierten Klasse bräuchten das Internet um Hausaufgaben zu machen. „Besser sie fangen bei uns damit an und werden von den Erziehern begleitet, als allein zu Hause“, so die Leiterin.

Staatssekretär Horst Westerfeld ist Pate des Projekts. Er sieht die neuen Medien als „Riesenchance“, mahnt aber auch vor den damit verbundenen Risiken. „Malen auf Papier gibt es nicht mehr. Heute geschieht alles interaktiv auf dem Bildschirm“, sagt Westerfeld. So wandelt sich auch die Rolle der Erzieher. Sie müssen heute die Kinder nicht mehr in der Bastelecke, sondern am PC betreuen.

Die Gefahren des Internets kennt Polizeiwissenschaftler Markus Wortmann. Er ist Vorstandsvorsitzender des Vereins „Sicheres Netz hilft“ und weiß: Kriminalität im Internet nimmt zu. Stalking, Betrugsdelikte – immer öfter ist der Tatort das Internet. Er will handeln, bevor es zu spät ist. Ein Computerprogramm, das Seiten sperrt oder Chatten (zeitgleiche schriftliche oder audio-visuelle Unterhaltung) unterbindet sei ebenso wichtig wie die Kommunikation mit den Kindern. „Nur zusammen bieten sie ein Optimum an Sicherheit“, so Wortmann.

Für die Kinder vom Kinderhaus „Am Erlenbach“ ist die Sicherheit erstmal zweitrangig. Sie sind froh, dass sie jetzt ihren eigenen PC haben. Antje (9) und Mikayla (10) spielen am liebsten sogenannte Mädchenspiele. Aber auch Lernspiele aus dem Internet sind dabei. Spiele von CD spielen sie nicht mehr.

Vor allem ist der neue Computer für sie aber nützlich. „Dann können wir Antonin – so heißt das Lernprogramm für ihre Hausaufgaben – schon im Hort machen, und uns danach verabreden“, sagt Antje. Vielleicht bleibt dann auch ein bisschen Zeit zum Spielen an der frischen Luft.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen