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Friedrichsdorf Chance für engagierte Berufsanfänger

Das "Friedrichsdorfer Institut zur Nachhaltigkeit" operiert weltweit. Seniorexperten geben ihr Wissen über Themen wie Umwelt- und Klimaschutz, Ressourcenschonung und alternative Energieformen weiter.

17.02.2011 15:55
Von Anton J. Seib
Instituts-Gründer Georg Kraft aus Friedrichsdorf. Foto: privat

Das "Friedrichsdorfer Institut zur Nachhaltigkeit" operiert weltweit. Seniorexperten geben ihr Wissen über Themen wie Umwelt- und Klimaschutz, Ressourcenschonung und alternative Energieformen weiter.

Ruhestand? Nicht für Georg Kraft. Als er vor drei Jahren altersbedingt aus den Diensten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ausschied, suchte er sich eine neue Beschäftigung. Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründete der langjährige BUND-Vorsitzende das „Friedrichsdorfer Institut zur Nachhaltigkeit“. Fast drei Jahren kümmert sich der „Seniorenclub“, wie Kraft den gemeinnützigen Verein scherzhaft nennt, darum, Themen wie Umwelt- und Klimaschutz, Ressourcenschonung und alternative Energieformen den Menschen weltweit ins Gedächtnis zu rufen.

„Ich wollte mein professionelles Wissen nicht einfach einschlafen lassen“, begründet Vereinsvorsitzender Kraft sein ehrenamtliches Engagement. Bei der KfW war der heute 63-Jährige bereits für den Themenkreis Nachhaltigkeit zuständig und in der Welt herumgekommen. Also scharte er weitere Seniorenexperten um sich und gründete das Institut, in dem heute Volkswirte, Juristen, Umweltsachverständige und Naturwissenschaftler mitarbeiten.

Die Idee: Das Institut stellt Kontakte mit international arbeitenden Institutionen oder Consultingfirmen her und vermittelt über diese Projektarbeiten an junge Uni-Absolventen. Die werden dabei von Seniorexperten des Vereins begleitet. „Wir wollen das Thema Nachhaltigkeit aus verschiedener Sicht behandeln und Berufsanfängern Gelegenheit geben, in Projekten mitzuarbeiten“, beschreibt Kraft die beiden Säulen des Instituts.

Einer der jungen Leute, die die Chance des IzN nutzten, ist Kevin Smith aus Friedrichsdorf. Der frühere Philipp-Reis-Schüler hatte gerade sein Studium im Fach Entwicklungszusammenarbeit abgeschlossen, als Kraft ihn fragte, ob er für ihn den russischen Bankenmarkt analysieren wolle. „Ich habe spontan nein gesagt“, erinnert sich der 26-Jährige, denn das habe er sich nicht zugetraut. „Aber dann habe ich mich doch überreden lassen“, sagt Smith.

Daraus wurde eine längere Zusammenarbeit. Zunächst arbeitete Smith für russische und chinesische Banken an Kreditlinien zur Förderung nachhaltiger Projekte, in Indien entwickelte er Konzepte zur Energieeffizienz in Gebäuden. „Ich konnte in jungen Jahren internationale Erfahrungen sammeln", sagt Smith. „Das war eine unglaubliche Chance für jemanden ,der gerade von der Uni kam“, sagt Kevin Smith rückblickend. Und er konnte sich Geld für eine länger geplante Reise verdienen. Kraft: „Wir verlangen von unseren Partnern ein Honorar. Damit bezahlen wir Flug, Aufenthalt und das Honorar für unsere Juniorexperten.“

Etwa zwei Dutzend jungen Akademikern hat das IzN inzwischen Aufträge verschafft; darunter waren Projekte in Südafrika, Asien oder Norwegen. „2010 haben wir Prüfungsleitfäden für die Finanzierung von Anlagen im Bereich der Erneuerbaren Energieen erstellt“, nennt Kraft ein Beispiel. Die Ergebnisse wurden bei der Landbank der Philippinen erstmals getestet.

Die Projekte sind oft Türöffner für weitere Jobs. Heute arbeitet Kevin Smith beim World Wildlife Fund (WWF). „Da kam ich nur dran, weil ich die Projekte gemacht habe.“

Zu den vielen Partnern des IzN gehört die Bad Homburger Unternehmensberatung Gopa. „Wir arbeiten gern mit dem Friedrichsdorfer Institut zusammen“, sagt Gopa-Direktor Martin Eiling, denn es setze sich für Klima- und Umweltschutz ein, lasse Senorexperten ihr Wissen weitergeben und räume jungen Menschen eine berufliche Perspektive ein.

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