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Friedrichsdorf Am Bahnhof geht’s voran

Die Tage des hässlichen Containers am Friedrichsdorfer Bahnhof sind gezählt. Das Empfangsgebäude wird endlich saniert. Und der Kiosk ist schon umgezogen.

05.01.2011 10:46
Anton J. Seib
Christine Unger kann ihre Kunden jetzt in gepflegtem Ambiente bedienen. Foto: Oeser

Gerade sind Arbeiter dabei, den Behelfs-Kiosk vor den Bahnsteigen abzubauen. Der Kiosk ist seit einigen Tagen im historischen Bahnhofsgebäude untergebracht, links neben dem Haupteingang. Dort gibt es alles für die Reise, kleine Snacks und natürlich auch Fahrkarten.

Der Kiosk-Umzug ist nur der Auftakt einer Wiederbelebung des Bahnhofs. Die neue Besitzerin, die Frankfurter Firma Taunus Real, wird das gesamte Gebäude sanieren. Für die ehemalige Gaststätte und die Büroräume im Obergeschoss sucht sie derzeit Mieter.

Geräumig, hell, sauber, das ist das neue Reich von Christine Unger und Elvira Conrad, die im Kiosk die Gäste bedienen. Das gilt auch für die Außenfassade, die bereits einen neuen Anstrich hat. Der kleine Wartesaal wurde ebenfalls verschönert. Dort können die Bahnkunden bei schlechtem Wetter trocken und warm auf die Züge warten. Einziges Manko: Noch immer gibt es im Bahnhof keine Toiletten.

Gewerkelt wird derzeit noch im linken Flügel des Gebäudes. Dort war früher die Gaststätte untergebracht. Die Heizung ist bereits montiert, die teils feuchten Wände trocknen allmählich ab. Ob dort wieder ein Wirt einzieht, ist noch offen. Es könne auch eine Bäckerei, ein Blumen- oder ein Geschenkeladen sein, heißt es bei Taunus Real. Auf jeden Fall gebe es bereits viele Interessenten.

Mit dem neuen Ambiente im Bahnhof ist auch im Umfeld etwas mehr Ruhe eingekehrt. Denn das Areal ist beliebter Treffpunkt für Jugendliche, die nicht selten auch mal über die Stränge schlagen. Doch die Damen vom Kiosk, der montags bis samstags bis 21 Uhr geöffnet hat, haben zu den jungen Leuten inzwischen ein Vertrauensverhältnis. Sie übernehmen auch schon mal die Aufgabe von Streetworkern. „Wir kennen unsere Pappenheimer“, sagt Christine Unger. Zudem sorgen tägliche Streifen eines Sicherheitsdienstes dafür, dass sich die Fahrgäste sicher fühlen können.

Bei der Stadt sieht man die Entwicklung am Bahnhof mit Wohlwollen. Denn jahrelang bot das Entree zur Stadt einen jämmerlichen Anblick. Sämtliche Versuche des Magistrats, das Gebäude zu erwerben, scheiterten – vor allem auch, weil nach dem Verkauf des Gebäudes durch die Bahn die Eigentumsverhältnisse lange nicht geklärt werden konnten. 2009 kaufte Taunus Real das Objekt und steckte nach eigenem Bekunden seither eine sechsstellige Summe in Sanierung und Verschönerung.

Gebaut wurde der Bahnhof 1910, als die seit 1901 bestehende Verbindung zwischen Friedrichsdorf und Friedberg zweigleisig ausgebaut wurde.

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