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Flüchtlinge in Bad Homburg Mal Danke sagen

Flüchtlinge organisieren in Bad Homburg ein großes Sommerfest mit Helfern am Niederstedter Weg. Man sei so herzlich aufgenommen worden, nun wolle man sich bedanken.

Kinderschminken war gefragt beim Sommerfest. Foto: Renate Hoyer

Am Anfang stand eine simple Frage: Wie können wir mal Danke sagen? Gestellt haben sie viele Bewohner der Flüchtlingsunterkunft am Niederstedter Weg, eine Antwort wurde nun am gestrigen Freitag gefunden: mit einem Sommerfest auf dem Gelände der Einrichtung.

Ihren Dank wollten die Flüchtlinge den unzähligen ehrenamtlichen Helfern aussprechen, die sich Tag für Tag um sie kümmern. 170 stehen in der Datenbank des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das die Unterkunft betreibt. Aber einfach nur so für die Helfer kochen, damit konnte sich Andrea Weidenbach, die Leiterin der Einrichtung, nicht anfreunden. „Hätten wir da bei jedem Angebot ja gesagt, wären wir alle immer dicker geworden“, sagt sie lachend.

Dann doch lieber ein großes Fest. Schon vor Wochen begann die Planung, die Bewohner waren von Anfang an eingebunden. Diverse Stadtteil- und Familienzentren sowie Helfer des DRK übernahmen die Betreuung, gestern standen dann vier Zelte auf dem Innenhof. Jedes für eine andere Herkunft der Bewohner.

Überall wurde gekocht, der Duft zog den Niederstedter Weg runter und machte Appetit. Im afghanischen Zelt beispielsweise gab es unter anderem Reis mit Rindfleisch, dazu eine scharfe Soße. Gekocht hat es ein Bewohner der Unterkunft an der Siemensstraße, der früher als Koch in Afghanistan gearbeitet hat.

Fragen zu Bad Homburg und Europa

Abdul Nasir, 21-jähriger Bewohner am Niederstedter Weg, steht jetzt hinter dem Tresen und verkauft das Essen. Der gelernte Apotheker erklärt, welche Motive hinter dem Fest und der damit verbundenen Arbeit stecken: „Wir wurden hier so herzlich aufgenommen, wir wollen uns bedanken. Und bei Essen aus unsere Heimat mit den Bad Homburger Menschen ins Gespräch kommen.“

Ins Gespräch kommt man auch schnell nebenan, im pakistanischen Zelt. Eine Stellwand informiert über das Land, an der Theke werden Samosas (gefüllte Teigtaschen) gereicht. Helfer aus Dornholzhausen haben ein Quiz vorbereitet, mit zehn Fragen zu Bad Homburg und Europa. Wie viel Einwohner hat die Stadt? Was ist ihr Wahrzeichen? Wie viele Staaten sind in der EU.

Hier ist es nicht wichtig, wie viele Antworten stimmen. „Wir wollen über das Quiz mit den Leuten in Kontakt kommen, sie sollen gerne auf Deutsch mit uns sprechen“, so Oliver Debus, einer der Helfer. Es ist ein Geben und Nehmen: In Dornholzhausen lernen viele pakistanische Flüchtlinge Deutsch, jetzt betreiben Lehrer und Schüler zusammen den Stand.

So kommen sich Ehrenamtliche, Bürger, Nachbarn und Flüchtlinge näher. Die einen begleiten die Kinder zum Dosenwerfen, die anderen lassen sich Märchen auf Deutsch und Arabisch vorlesen. Eine schöne Art, Danke zu sagen.

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