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Flüchtlinge im Hochtaunus Geflüchtete finden keine Wohnung

Der Hochtaunuskreis eröffnet eine neue Gemeinschaftsunterkunft für knapp 100 Geflüchtete in Königstein.

Flüchtlinge
Zwei Flüchtlinge (Symbolfoto). Foto: Ina Fassbender (dpa)

Es gab Wochen, da mussten die Kreisbeigeordnete Katrin Hechler (SPD) und ihre Mitarbeiter bis zu 100 Menschen unterbringen, die als Flüchtlinge neu in den Hochtaunuskreis kamen. Diese Stressphase ist vorbei, die Lage hat sich entspannt. „Inzwischen haben wir fast keine Notunterkünfte mehr“, sagt Hechler.

Doch noch immer kommen 15 Geflüchtete pro Woche in den Kreis. Zudem finden diejenigen, die einen Aufenthaltsstatus erhalten haben, nur selten eine bezahlbare Wohnung. Die Folge: Sie bleiben in den Gemeinschaftsunterkünften, obwohl sie diese eigentlich verlassen müssten. Inzwischen sei fast jeder zweite Bewohner in den Unterkünften ein anerkannter Flüchtling, so Hechler. „Aber wir können sie ja nicht auf die Straße setzen.“

Deshalb gibt es auch weiterhin Bedarf für neue Heime. Am gestrigen Freitag konnten sich interessierte Bürger ein Bild von der neuen Gemeinschaftsunterkunft am Königsteiner Forellenweg machen, in der Platz für bis zu 99 Menschen ist. Das Königsteiner Parlament hatte darauf bestanden, dass es keine 100 werden.

Die Unterkunft befindet sich auf einer ehemaligen Gewerbefläche in der Nähe des Bahnhofs. Vorher hätten dort „verrottende Hallen“ gestanden, sagte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU). So gesehen sei die Umwandlung in eine Flüchtlingsunterkunft auch eine „deutliche Verbesserung“ für das städtische Entree.

Vor allem für Familien

Aber auch das Innere erhielt Lob. „Schön gemacht“, sagte eine Frau beim Blick in eines der kleinen Apartments für zwei bis vier Personen, die alle über ein eigenes Duschbad und eine kleine Küchenzeile verfügen. „Für Familien ist es klasse“, befand ein Mann; skeptisch zeigte er sich allerdings, was eine Belegung mit vier jungen Männern angeht, die womöglich noch aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen. Darauf werde man achten, sagte Katrin Hechler zu. Allerdings werde es nicht möglich sein, die neue Unterkunft ausschließlich mit Familien zu belegen. Im Laufe des Oktobers sollen die ersten Bewohner einziehen – bereits im Kreis lebende Geflüchtete, aber auch Neuankömmlinge.

Um die professionelle Betreuung der Bewohner kümmern sich Sozialarbeiterinnen des Internationalen Bundes (IB). Der IB ist damit nun im Hochtaunuskreis für insgesamt fünf Gemeinschaftsunterkünfte sowie zwei Wohngruppen für unbegleitete Minderjährige zuständig.

Hinzu kommt das Engagement der ehrenamtlichen Helfer des Freundeskreises Asyl. Derzeit seien 60 bis 70 Frauen und Männer in der Gruppe aktiv, schilderte Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer. Sie bieten Deutschunterricht an, besorgen den Geflüchteten Praktika oder Anwälte. Stoodt-Neuschäfer warb bei den Anwohnern darum, „gute Nachbarn“ zu sein. Die Erfahrung zeige, dass dann auch die Geflüchteten sich als gute Nachbarn zeigten.

Der weit überwiegende Teil der Menschen, um die sich der Freundeskreis kümmere, wolle sich möglichst schnell integrieren. Allerdings gebe es auch etwa 20 Prozent, „die nicht in die Pötte kommen“, räumte sie ein. So gebe es einige Männer, die ihre Frauen nicht aus dem Haus lassen wollen. Um diesen eine Möglichkeit zu geben, sich mit anderen Frauen auszutauschen, bietet der Freundeskreis Asyl ab 6. Oktober jeden Freitag einen Frauentreff an, von 10 bis 12 Uhr im Familienzentrum I-Punkt, Hauptstraße 26.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Zuwanderung Rhein-Main

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