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Blickachsenausstellung Alle Rekorde gebrochen

Die Freiluft-Skulpturen-Schauen sind nur noch bis Montag zu sehen. Besucher aus ganz Europa, aus Amerika und Asien haben sich die Kunstwerke angeschaut.

29.09.2011 22:49
Martina Propson-Hauck
Beliebt bei den Besuchern wie sonst kaum ein Kunstwerk: Weingläser von Dennis Oppenheim. Foto: Rolf Oeser

Die Freiluft-Skulpturen-Schauen sind nur noch bis Montag zu sehen. Besucher aus ganz Europa, aus Amerika und Asien haben sich die Kunstwerke angeschaut.

Christian Scheffel rennt von Termin zu Termin. Beim Autovermieter erwischt man ihn auf dem Handy. Er ist gerade dabei, Lastwagen für den großen Abtransport der Kunst zu ordern. Denn der Countdown läuft: Nur noch fünf Tage lang ist die Blickachsenausstellung im Kur- und Schlosspark sowie auf dem Frankfurter Uni-Campus, in Eschborn und Darmstadt zu sehen.

Dann wird abgebaut. Rund vier Wochen wird das dauern. Und weil das Wetter schön zu bleiben verspricht, werden die Schwergewichte der Kunst im Kurpark nicht allzu großen Schaden hinterlassen. Auch darüber freut sich Scheffel.

„Ja, ich bin schon ein bisschen ausgepowert“, sagt der unermüdliche Macher der Blickachsen. Er wird „kräftig durchatmen“, wenn die Gesamtverantwortung für eine der größten Freiluft-Skulpturen-Schauen überhaupt für eine kurze Zeit von seinen Schultern genommen sein wird.

An Urlaub ist für ihn in den ungeraden Blickachsen-Jahren nicht zu denken. Trotzdem wirkt er zutiefst zufrieden und glücklich. „Wir leben das, was wir hier machen, da kann ich auch für meine Mitarbeiter sprechen.“

Die Bilanz der achten Blickachsen-Ausstellung kennt nur Superlative: So viele Besucher und Führungen wie nie zuvor hat die erstmals auf drei weitere Standorte in der Region ausgeweitete Ausstellung gehabt, „alle Rekorde gebrochen“, resümiert Scheffel. Neu waren die von der Kinderkunstschule organisierten „Kinder-Blickachsen“, die er in Zukunft gern noch ausweiten möchte.

„Ich träume davon, dass in Zukunft noch viel mehr Schulklassen in Bussen von überall her kommen“, sagt der Kurator. Auch jetzt schon haben viele Lehrer aus Bad Homburg, Friedrichsdorf, Oberursel und Frankfurt die Chance genutzt, mit ihren Klassen die 36 Skulpturen von Künstlern aus zehn Ländern in den beiden Bad Homburger Parks zu sehen.

Auf dem Uni-Campus seien die Kunstwerke „direkt bei den jungen Menschen“ angekommen, dort wo sie seiner Einschätzung nach auch unbedingt hingehören. Ein Publikum für die Kunst will früh gewonnen und im genauen Hinsehen geschult sein.

Besucher kamen aus ganz Europa, aus Amerika und Asien nach Bad Homburg, um die Ausstellung zu sehen. Manche haben auch gleich alle vier Standorte in der Region in einer großen Rundtour besucht.

Als Publikumsliebling haben sich die metallenen Weingläser von Dennis Oppenheim mit dem Titel „Color Mix“ entpuppt, rote und weiße Blumen ergießen sich in einer rosaroten Pracht. Auch der „David“ von Caspar Berger, eine Anlehnung an Michelangelo, in dem sich ganz viele kleine Selbstporträts des Künstlers tummeln, fand viel Anklang.

Woran man die Publikumspräferenzen erkennen kann? „Das kann man im Kurpark ganz einfach an den Spuren im Gras verfolgen: Ringsum diese beiden wächst einfach gar nichts mehr“, sagt Scheffel lachend.

Nach den Blickachsen ist für den Bad Homburger Galeristen allerdings auch immer schon vor den nächsten Blickachsen. So plant er bereits seit einer Weile, welches Sahnehäubchen er 2013 noch obendrauf setzen könnte.

„Ich habe vor, noch mehr die Geschichte der Region einzubeziehen und sie in der Ausstellung als Tor zur Welt darzustellen“, sagt er, ohne Konkretes verraten zu wollen. Das Konzept dafür will er schon bald beim Kulturfonds einreichen. Die Blickachsen sollen auch in Zukunft das kulturelle Schwergewicht der Region weiter festigen. Das „Herzstück“ der Ausstellung soll aber immer Bad Homburg bleiben.

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