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Blickachsen Bad Homburg Eine andere Aura

Die Kunstschau Blickachsen 9 eröffnet im Kurpark. In diesem Jahr kommt der Partner aus Frankreich

Blühende Kunstlandschaften. Foto: peter-juelich.com

Auf den grünen Regenschirmen von Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne), Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB) und Kurator Christian Scheffel prangt noch die 8. Doch es ist die inzwischen neunte Auflage der Skulpturenausstellung Blickachsen, die gestern im Kurpark eröffnet wurde. Als Kunstprojekt im Jahr 1997 gestartet – damals mit 14 Kunstwerken von sieben Künstlern – sind bei der Open-Air-Ausstellung im Jahr 2013 an sieben Standorten 90 Werke von 40 Künstlern aus 15 Ländern und vier Kontinenten zu sehen.

Auf dem Schmuckplatz steht zwischen den Büsten von Kaiser Friedrich III. und seiner Ehefrau Victoria Kaiserin Friedrich ein grüner Mini. Die Vorderräder fehlen, aus dem Dach heraus wachsen verschiedene Pflanzen, doch statt Blüten hängen an den Blättern die zwei fehlenden Reifen, ein Lenkrad und ein Sitz.

„Das hat etwas Tragisch-Komisches“, sagt der Künstler Stefan Rohrer über sein Werk. „Man wäre nicht gerne im Auto, weil es einerseits aussieht, als würde es explodieren, aber es sieht auch aus wie eine Blume, als würde das Auto blühen.“

Rohrer, der noch einen blauen Roller im Schlosspark ausstellt und sich dem Thema Mobilität verschrieben hat, ist bereits zum zweiten Mal bei den Blickachsen dabei. „Kunst ist immer mehrdeutig“, sagte der OB bei der Eröffnung gleich neben dem explodierenden/blühenden Auto.

„Die Blickachsen sind einmalig in ihrer Art“, so Korwisi. Bad Homburg sei stolz, dass die Blickachsen, die 1997 im Kurpark begannen, auch weiterhin in der Stadt zu sehen sind.

In diesem Jahr sind außer Bad Homburg noch Darmstadt, Eschborn, Frankfurt, das Kloster Eberbach, der Limes sowie The Squaire am Flughafen dabei, Herzstück bleibt der Kurpark. Die Ausstellung, die zum dritten Mal auch in der Region stattfindet, zieht Kulturinteressierte wie Laien an.

Staatsminister Axel Wintermeyer von der hessischen Staatskanzlei freut sich vor allem, dass die Kunst von allen Seiten betrachtet werden kann. „So kann man das Werk in eine Beziehung zu sich selbst setzen.“ Er lobte, dass die Ausstellung auch in diesem Jahr kostenfrei zu sehen ist. „Die Blickachsen wachsen nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ“, freute sich Landrat Ulrich Krebs (CDU). Peter Joseph Lenné habe mit Bedacht Blickachsen im Kurpark angelegt, durch die Kunstausstellung würden diese jedes zweite Jahr neu inszeniert. „Die Aura eines Kunstwerks ist ganz anders inmitten des Parks“, so Krebs.

Museum ohne Zaun

Hinter den Blickachsen steht Christian Scheffel, Galerist aus Bad Homburg. Jüngst kaufte er die Jakobskirche in der Dorotheenstraße, wo ein Atelier für Skulpturen entstehen soll. Im Frühjahr wurde die Stiftung zu den Blickachsen gegründet, die nach dem Umbau ihren Sitz in der Jakobskirche haben soll und die Ausstellung organisieren wird.

„Wir wollen jungen und arrivierten Künstlern eine Plattform bieten“, so Scheffel. Die Blickachsen sollen ein Museum ohne Zaun und Eintritt sein. „Das ist ein Geschenk der Förderer an das Gemeinwohl.“ Das Budget der Blickachsen liegt bei ein bis 1,5 Millionen Euro.

In diesem Jahr ist der Partner die Fondation Marguerite et Aimé Maeght in Saint-Paul-de-Vence in Frankreich. Deshalb sind eine Vielzahl von französischen Künstlern bei der Kunstschau, die noch bis zum 6. Oktober dauert, dabei.

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