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Bienen Hochtaunus Bienenzucht als Hobby mit Problemen

Seit 125 wird die Bienenzucht im Taunus im Verein betrieben. Zum Jubiläum beklagt der Verein aber auch Probleme.

Thomas Schmid in der Belegstelle unterhalb der Saalburg. Foto: Michael Schick

Es erquicke euch der Waldesschatten.“ So wünscht eine Inschrift über dem hölzernen Portal der ehemaligen Straßenbahnhaltestelle Saalburg. Statt neugieriger Limes-Touristen genießen heute Menschen mit handfesten Absichten die abgeschiedene Romantik des von Baum und Busch umfangenen Ortes. Der Bienenzuchtverein Obertaunus betreibt die kreisweit einzige Belegstelle seit mittlerweile 76 Jahren.
Zum Zeitpunkt der Gebäude-Übernahme hatte sich die Gemeinschaft der Bienenfreunde längst im damaligen, vor der Höhe gelegenen Obertaunus-Gebiet etabliert. 1889 brachten 24 Imker den Verein auf den Weg – eine Gründung, die am 14. September festlich begangen wird. „Wir werden uns dabei aber nicht selbst feiern“, sagt Thomas Schmid, der als Vorsitzender neben den Vereinsaktivitäten auch acht eigene Bienenvölker im Blick hat. Fachvorträge und ein Erlebnisprogramm sollen während des Jubiläumstages der „Faszination Honigbiene“ gewidmet sein.

Vermittlung und Aufklärung

Vermittlung und Aufklärung haben mittlerweile einen hohen Stellenwert im Jahreskreis. Wer im Vereinsregister eingeschrieben ist, besitzt kaum mehr als drei oder vier Völker und erntet Honig im Sinne der Selbstversorgung. Der Neuankömmling wird gerne empfangen, Werbung für das imkerliche Metier nicht gescheut. Eine Strategie, die sich bewährt hat. „In den vergangenen sechs Jahren“, so Schmid, „haben wir unsere Mitgliederzahl verdoppeln können.“ 180 Menschen aller Altersstufen gehören heute zum Obertaunus-Verein – etwa 800 Bienenvölker werden insgesamt bewirtschaftet.
Während viele Ortsvereine in der Umgebung ihre Aktivitäten einstellen mussten, versammelt sich der interessierte und im ganzen Vordertaunus beheimatete Nachwuchs am Bienenstand in Oberstedten. Dort, am Regenrückhaltebecken von Oberursel, wird der praktische Umgang mit Volk und Beute erprobt. Seit einigen Jahren betreuen Mitglieder auch die „Bienen-Arbeitsgemeinschaften“ an fünf weiterführenden Schulen im Kreisbezirk. Dass die AG der IGS Stierstadt beim bundesweiten Wettbewerb 2014 den zweiten Platz belegten konnte, spricht für sich.

Milben als Problem

Kooperationen mit Verbänden, Grünflächen- und Umweltämtern bestehen, das Netzwerk „Blühende Landschaften“ wird unterstützt. Trotz aller Bemühungen sei die Situation aber schlecht – „Bienen-Verluste lassen sich nicht schönreden“. Das Problem mit Varroamilben ist Dauerthema, viele Schulungen beschäftigen sich mit der angemessenen Behandlung. Wer imkert, sieht Missstände auch jenseits des Bienenstocks. „In unserer urbanen Region nimmt die Pflanzenvielfalt stetig ab“, so der in Friedrichsdorf lebende Agraringenieur.
Mit altem Imkerwissen wird auf der Belegstelle am Limes das Künftige gestaltet. Ausgesuchte Drohnen treffen hier auf ausgewählte Jungköniginnen, um sich zum Begattungsflug zu erheben. – Damit auch künftige Welten zu blühen vermögen.

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