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Bad Homburg „Walking Woman“ weist den Weg

Die „Walking Woman“, eine Skulptur aus einer vergangenen Blickachsen-Ausstellung, geschaffen von Sean Henry steht jetzt auf dem Bahnhofsplatz.

Noch hängt sie am Bagger, bald weist sie den Weg in die Stadt: die „Walking Woman“. Foto: Michael Schick

Es kommt ja durchaus vor, dass Menschen, die das erste Mal in Bad Homburg sind, nach Verlassen des Bahnhofes fragen, wie es denn jetzt in die Innenstadt geht. In Zukunft könnte sich diese Frage erledigt haben. Nun zeigt eine überlebensgroße Skulptur auf dem Vorplatz den richtigen Weg. Die „Walking Woman“, eine Skulptur aus einer vergangenen Blickachsen-Ausstellung, wurde gestern aufgestellt.

Sie ist nicht zu übersehen. Nicht nur, weil sie – bis auf das Gesicht – in weiße Folie eingewickelt ist. Das war sie nur während der Aufstellung. Auch, weil sie groß ist. 2,17 Meter, so viel messen Menschen ja nur in den seltensten Fällen. Und auch, weil sie so platziert wurde, dass quasi jeder, der aus dem Bahnhof kommt, an ihr vorbei muss.

Die Skulptur des britischen Künstlers Sean Henry steht direkt auf dem Boden. Wer genauer hinsieht, erkennt, dass die Steine an dieser Stelle etwas dunkler sind als die anderen. „Ein Laufsteg“, erklärt Christian Scheffel, Galerist und Kurator der Blickachsen. Die „Walking Woman“ deute damit an, was die Besucher der Stadt auch machen sollen: in die Stadt gehen, sie erkunden.

Dabei führt die Strecke, folgt ein Besucher dem von der bronzenen Frau eingeschlagenen Weg, über die so genannte Skulpturenallee. Diese verläuft bis zur Russischen Kirche im Kurpark. Bis dahin sind mehrere Werke zu sehen. Auf den „Red Boy“, „David / Self Portrait no. 11“ und das „Tanz Solo“ am Technischen Rathaus folgt zum Hessenring hin „Melancholia I“. Neben der Brücke über den Hessenring steht seit 2003 „Für Lenné“, von der Brücke aus zu sehen ist das „Versatzstück“. Bis auf „Für Lenné“, das die Altana-Kulturstiftung gekauft hat, wurden alle Exponate von der Stadt angekauft.

Um den Kauf der „Walking Woman“ gab es einst erbitterte Debatten (siehe Infokasten). Nun fehlt noch ein Werk in der Skulpturenallee. „Der Wächter“, ein Geschenk der Stadt Wiesbaden, ist derzeit noch eingelagert.

Das war die „Walking Woman“ auch lange. Nun steht sie in ganzer Pracht vor dem Bahnhof. Dass sie dabei eher einen dunklen Typ verkörpert, ist für Christian Scheffel von großem Vorteil. „Sie zeigt so direkt den internationalen Charakter der Stadt.“

Im August kommt Künstler Sean Henry nach Bad Homburg. Im Kulturzentrum Englische Kirche ist dann eine Einzelausstellung mit seinen Werken geplant.

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