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Bad Homburg Stolpersteine für Mai 2016 geplant

Eine Initiative setzt sich dafür ein, dass weitere Stolpersteine an die Opfer der Nazi-Herrschaft erinnern. Die Mitglieder sind am 9. Juli im Kulturausschuss zu Gast, um dort ihr Anliegen vorzubringen.

Wann werden aus solchen Steinen Stolpersteine? Foto: Michael Schick

Der Schrecken der Nazi-Herrschaft ist jetzt 70 Jahre her, die Zahl der Zeitzeugen nimmt immer weiter ab. Es wird der Tag kommen, an dem einzig und allein das Gedenken bleibt, um an diese schreckliche Zeit zu erinnern. In Bad Homburg kämpft eine Initiative seit Ende des vergangenen Jahres darum, eine weitere Art des Gedenkens in der Stadt etablieren zu können: Stolpersteine. Die 18 Mitglieder warten auf die Genehmigung durch die Stadt, nun könnte etwas Bewegung in die Sache kommen.

Am 30. April war das Thema zuletzt auf der Tagesordnung der Stadtverordneten. Damals gab es eine längere Diskussion. SPD, CDU, Grüne und FDP hatten einen Antrag pro Stolpersteine eingebracht, es gab aber auch Kritik. Bei dieser Art von Gedenken trampele man auf den Namen der Menschen herum, sagte beispielsweise Kulturdezernentin Beate Fleige. Außerdem gebe es bereits zwei Mahnmale in der Stadt.

Schließlich wurde beschlossen, dass der Magistrat die Sache prüfte und die Initiative in den Kulturausschuss eingeladen werde. Der Stadtverwaltung – so Kulturausschuss-Vorsitzende Sibylle Raquet (FDP) – schwebte ein Termin erst im Oktober vor. Das habe sie verhindert, sagt Raquet. Nun nimmt die Initiative am 9. Juli an der Ausschuss-Sitzung teil.

Für die Mitglieder war das am Montagabend eine gute Nachricht. Sie kamen zu ihrem Treffen zusammen, noch in dem Glauben, erst im Oktober gehört zu werden. In besagtem Monat wollten sie eigentlich schon die ersten Stolpersteine in Bad Homburg haben, erzählt Wolfram Juretzek, der Sprecher der Initiative. Diesen Termin habe sich der Künstler Gunter Demnig schon freigehalten. Nun soll es im Mai 2016 soweit sein. Dann ist das Ende des Zweiten Weltkriegs 71 Jahre her.

Bis dahin werden die Mitglieder der Initiative weiter forschen zu den Biografien von Bad Homburger Bürgern, die von den Nazis deportiert und ermordet wurden. „Dabei“, so Juretzek, „geht es nicht nur um Juden, sondern um alle Betroffenen“.

Am Montag erhielt die Initiative Hilfestellungen, wie und vor allem wo am besten recherchiert werden kann. Angelika Rieber, Oberurseler Historikerin mit dem Schwerpunkt jüdisches Leben, hielt einen Vortrag. Sie berichtete von Archiven, die Hilfestellungen bieten, wies auf klassische Fehler und Tücken hin. Die Zuhörer nahmen die Informationen wohlwollend auf. Sie wissen, dass auch über den Mai hinaus noch viel zu tun sein wird.

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