Lade Inhalte...

Bad Homburg Mehrheit gegen Windräder

Das Bad Homburger Stadtparlament stimmt gegen die geplanten Anlagen auf dem Taunuskamm.

Ein umstrittenes Vorhaben: Ob der Windpark auf dem Taunuskamm realisiert wird, ist noch unklar. Foto: Michael Schick

Drehen sich bald Windräder unweit von Saalburg und Feldberg? „Noch nie war die Gefahr so groß“, warnte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Oliver Jedynak, am Donnerstagabend im Bad Homburger Stadtparlament. Deswegen hatten CDU und SPD die Stadtverordneten aufgefordert, sich generell gegen den Bau von Windkraftanlagen auf dem Taunuskamm auszusprechen.

Nach kontroverser Diskussion stimmten FDP, AfD und der Stadtverordnete der „Republikaner“ mit der Koalition. Grüne, Bürgerliste und der Linken-Vertreter wollten sich dem nicht anschließen. Dennoch sah Jedynak in dem Votum „ein starkes Signal Richtung Regionalverband“.

Hintergrund der Debatte ist der überarbeitete Teilplan erneuerbare Energien zum Regionalen Flächennutzungsplan, in dem unter anderem Vorrangflächen für Windräder aufgeführt sind. Die Kritik entzündete sich vor allem an zwei Arealen auf Bad Homburger Gemarkung: Einem 40 Hektar großen Gebiet unterhalb des Sandplackens und einer 175 Hektar großen Fläche zwischen Dornholzhausen, Friedrichsdorf und dem Köpperner Tal.

Die Stadtverwaltung arbeite bereits „mit Hochdruck“ daran, die beiden Flächen zu verhindern, teilte Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) mit. So seien Gutachten zu Windertrag und Artenschutz in Auftrag gegeben. Hetjes sprach von möglichen Vorkommen des Roten Milans und der Mopsfledermaus. Aber auch politisch werde er seinen Einfluss im Regionalverband geltend machen. Sollten die beiden Flächen auch in dem endgültigen Plan stehen, werde er ihn in der Verbandskammer ablehnen, kündigte Hetjes an.

Dass die Koalition darüber hinaus den gesamten Taunuskamm windradfrei halten will, sorgte aber auch für heftige Kritik. „Wir stehen für die Energiewende“, betonte die Grünen-Fraktionschefin Daniela Kraft. Es könne nicht sein, dass sich überall Windräder drehten und nur die Bad Homburger Gemarkung tabu sein solle.

„Wir werden unserer Verantwortung nicht gerecht“, fand auch Armin Johnert (BLB). Wenn man auf Atomkraft und fossile Energien verzichten wolle, müssten sich auch Bad Homburg und der Hochtaunuskreis am Ausbau regenerativer Energien beteiligen. Und Okan Karasu (Linke) fragte provokant: „Wollen Sie lieber ein Atomkraftwerk auf dem Taunuskamm?“ Und forderte die Koalition auf, Alternativvorschläge zu machen.

Elke Barth (SPD) erklärte, sie stehe zu dem Ziel, zwei Prozent der hessischen Landesfläche als Vorranggebiete für Windräder auszuweisen. Trotzdem sei es legitim, einzelne Standorte zu hinterfragen. Gerade in einem dicht besiedelten Gebiet wie dem Vordertaunus sei es schwieriger, geeignete Flächen zu finden als andernorts.

Grundsätzlich gegen weitere Windräder im Taunus sprachen sich hingegen FDP und AfD aus. „Mit uns wird es keine Windräder im Naturpark Taunus geben“, sagte Philipp Herbold (FDP). Es sei nicht nachvollziehbar, dass von den 29 Vorranggebieten, die im Ballungsraum vorgesehen seien, allein zwölf den Hochtaunus beträfen. Deswegen fordert seine Partei auch den Kreistag auf, in seiner Sitzung am 22. Mai eine Resolution „gegen weitere Windkraftanlagen und Vorranggebiete für Windenergienutzung im Kreisgebiet“ zu beschließen. Die AfD will laut Fraktionschef Peter Münch am liebsten in ganz Hessen neue Windräder verhindern.
 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen