Lade Inhalte...

Bad Homburg Louisenstraße 5 bleibt unansehnlich

Das Haus in der Louisenstraße 5 steht seit etwa zwei Jahren leer und verfällt zunehmend. Gespräche mit dem Eigentümer des Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert waren bislang ohne Erfolg.

Schön sieht dieses Haus wirklich nicht aus. Foto: Götz Nawroth

Kaum ist die Haingasse saniert und wieder vorzeigbar, gerät eine andere Baustelle in den Fokus. Zumindest in den der Bürgerliste Bad Homburg (BLB). Ihr Fraktionsvorsitzender Armin Johnert stellte in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag den Antrag, mit dem Eigentümer des Hauses Louisenstraße 5 dringlich Gespräche aufzunehmen. Der Grund: Dieses Haus stehe seit etwa zwei Jahren leer und verfalle zunehmend.

Schön anzusehen ist das Haus tatsächlich nicht. Wer die Louisenstraße hochläuft, kommt an dieser Erkenntnis auf Höhe der Haingasse nicht vorbei. Löcher in den Wänden, bröckelnder Putz, heraushängende Kabel, abgeklebte Fenster. Für Johnert ein „Stillstand und Verfall direkt am Zugang zu unserer Hauptschlagader“, der Einkaufsstraße der Innenstadt.

Das Problem ist seit langem bekannt. 2013 hatte ein neuer Eigentümer das Haus erworben und alsbald einen Abbruchantrag gestellt. Wie es in solchen Fällen üblich ist, wurde das Gebäude auf seine Denkmalwürdigkeit überprüft. Bei Freilegungen an der Fassade – daher die Löcher – trat dann Ende des vergangenen Jahres ein solides Fachwerkgefüge aus Eichenholz zutage. Folglich gab das Landesamt für Denkmalschutz ein Gutachten in Auftrag, das vom Sachverständigen Hans-Hermann Reck erstellt wurde.

Als Einzeldenkmal eintragen

Ergebnis: Das Haus stammt aller Voraussicht nach aus dem Jahr 1685 und ist, so Gutachter Reck, „ein wichtiges Zeugnis für den absolutistischen Städtebau der Barockzeit“. Daraufhin hatte der Denkmalbeirat der Stadt Bad Homburg der Unteren Denkmalschutzbehörde empfohlen, das Gebäude beim Landesamt als Einzeldenkmal eintragen zu lassen. Diesem Rat wurde gefolgt, ein Abbruch kam somit nicht mehr in Frage.

Das war im Dezember 2013. Im Februar dieses Jahres hat der Magistrat der Stadt dann Gespräche mit dem Eigentümer aufgenommen. Das berichtete Oberbürgermeister Michael Korwisi im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung auf die Anfrage von Armin Johnert. Leider, bedauerte der OB, sei aufseiten des Besitzers kaum Entgegenkommen zu beobachten.

Er wolle das Haus behalten, es aber auch nicht renovieren oder sanieren. Wie seine Pläne genau aussehen, wisse man nicht. Die Gespräche würden selbstverständlich weitergeführt, und am Ende könnte man durch die Untere Denkmalbehörde sicherlich auch mit Konsequenzen drohen, so Korwisi.

Armin Johnert zog den Antrag daraufhin zurück: „Ich vertraue jetzt einfach mal auf die Arbeit des Magistrats.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen