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Bad Homburg Kurhaus-Studie kommt frühestens 2019

Die geplante Machbarkeitsstudie wird später fertig als gedacht. Oberbürgermeister Hetjes macht dafür den gekündigten Kurdirektor verantwortlich.

Kurhaus
Das Bad Homburger Kurhaus. Foto: Rolf Oeser

Sanieren oder neu bauen? Über die Zukunft des Bad Homburger Kurhauses gibt es schon seit einer Weile intensive Diskussionen. Für Klarheit sorgen sollte eine Machbarkeitsstudie, die Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und der inzwischen gekündigte Kurdirektor Ralf Wolter bereits im März des vergangenen Jahres angekündigt hatten.

Schon damals sagten sie allerdings, dass die Studie erst Anfang 2018 in Auftrag gegeben werden könne, da die zuständige Kur- und Kongress GmbH (KUR) mit der Ausschreibung für das Großprojekt am Bahnhof mit Kino und Musikclub ausgelastet sei und man die Kurhaus-Erneuerung eng mit dem Stadtentwicklungskonzept verzahnen wolle, das derzeit entsteht.

Nun teilte der Oberbürgermeister den überraschten Stadtverordneten jedoch mit, dass die Kurhausstudie noch deutlich länger auf sich warten lassen werde als gedacht. Tatsächlich sei sie bislang noch nicht einmal in Auftrag gegeben, antwortete er auf eine entsprechende Anfrage der Bürgerliste Bad Homburg (BLB). Die Schuld daran gab er dem früheren Kurdirektor Wolter, der dem zuständigen Mitarbeiter ausdrücklich die Anweisung gegeben habe, die Ausschreibung für die Machbarkeitsstudie zu stoppen.

Er selbst habe in Absprache mit dem kommissarischen Kurdirektor Holger Reuter nun der KUR wieder den Auftrag gegeben, die Studie voranzutreiben. Dennoch werde sie in diesem Jahr wohl nicht mehr vorliegen, bedauerte Hetjes. Schließlich müsse sie höchstwahrscheinlich europaweit ausgeschrieben werden – und dabei handelt es sich um ein aufwendiges Verfahren.

Dabei drängt die Zeit. Das Kurhaus erfüllt schon seit längerem nicht mehr die Anforderungen an ein modernes Kongresszentrum. Zudem sind Lüftung und Klimaanlage veraltet, die aktuellen Brandschutz- und Energieauflagen können nur noch mit großem Aufwand erfüllt werden – so müssen bei den Veranstaltungen im Kurtheater Feuerwehrleute als Aufpasser dabei sein. Die größten Sorgen bereitet jedoch die Tiefgarage. Wegen des rostigen Stahlbetons müssten demnächst zusätzliche Stützen angebracht werden, kündigte Hetjes an.

Ralf Wolter ist seit Ende April nicht mehr Kurdirektor. Der Verwaltungsrat der KUR hatte ihm nach zehn Jahren als Geschäftsführer fristlos gekündigt. Begründet wurde das mit einem Rechtsgutachten in eigener Sache, das Wolter auf Kosten der KUR in Auftrag gegeben haben soll. Schon zuvor hatte es intern heftige Auseinandersetzungen gegeben, weil die Stadt den Kurdirektor zum Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Untergebenen des Oberbürgermeisters machen wollte.

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