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Bad Homburg Klagen gegen U-Bahn-Ausbau

Die Verlängerung der U-Bahnlinie 2 bis an den Bahnhof Bad Homburg verzögert sich. Anwohner reichen Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss ein. Sie bemängeln den Schallschutz.

Noch immer hängt das Protestplakat der FDP aus dem Kommunalwahlkampf an der Endhaltestelle der U2 in Gonzenheim. Foto: A. Herzig

Der Verlängerung der U-Bahnlinie 2 vom Stadtteil Gonzenheim bis an den Bahnhof Bad Homburg wird sich weiter verzögern. Zwei Anwohnergruppen haben Klage gegen den Ende Januar erteilten Planfeststellungsbeschluss eingereicht. Das bestätigte das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt auf Anfrage. Das zuständige Gericht ist der Verwaltungsgerichtshof in Kassel.

Eine der Klägergruppen wird von dem Karlsruher Rechtsanwalt Valentin Heckert vertreten. Der Jurist fast die Gründe für die Klage zusammen. Vorgebracht wird unter anderem der nicht ausreichende Schallschutz, die fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung und die Absicherung der Anwohner gegen Folgen aus dem Baufortschritt. Auch andere wirtschaftliche Folgen für die Anwohner und die Finanzierbarkeit des Projekts sind in der Klage angesprochen. Anwalt Heckert hofft auf baldigen Austausch mit den Anwälten der zweiten Anwohnerklage. Er glaubt nicht an eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts noch in diesem Jahr. Solche Verfahren könnten sich zwei bis drei Jahre hinziehen, sagt der Jurist. Manchmal mache das Gericht am Ende auch zur Auflage, dass in der Planfeststellung nachgebessert werde.

Die U2-Verlängerung ist ein altes Politikum. Die FDP hatte sich im Kommunalwahlkampf gegen den Ausbau ausgesprochen. Noch immer hängen nahe der Endhaltestelle Gonzenheim die Plakate der Partei, auf denen ein Zähne bewehrtes Monster (die U-Bahn) zu sehen ist. Oberbürgermeister Alexander Hetjes und seine CDU hatten im Wahlkampf darauf verwiesen, dass die Finanzierbarkeit gesichert sein müsse. Hetjes hatte, daran erinnert der Gonzenheimer FDP-Ortsbeirat und Anti-Ausbau-Aktivist Wolfgang Lindstaedt, eine Bürgerbefragung in Aussicht gestellt.

Die regierende Kreiskoalition aus CDU und SPD hatte sich stets für den Anschluss der U-Bahn an die S-Bahn am Bahnhof ausgesprochen, weil so das Usinger Land besser angeschlossen werde. Zusammen mit der geplanten Regionaltangente West soll der Bad Homburger Bahnhof zum Verkehrsknotenpunkt im Norden Frankfurts werden.

Die Kosten des Baus – einen Teil übernimmt das Land – liegen nach älteren Schätzungen bei knapp 48 Millionen Euro für eine Trasse, die teilweise durch einen Tunnel führt. Derzeit wird der Preis neu ermittelt. Die Aktualisierung übernimmt laut Auskunft der Stadt ein Planungsbüro.

Wer welche Kosten für Bau und Betrieb der Bahn bis Homburg bezahlen wird, darum geht es in Gesprächen zwischen den Kommunen Bad Homburg und Frankfurt, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Traffiq, der Nahverkehrsgesellschaft Frankfurts. Drei Kostenfaktoren werden verhandelt: der Bau, der Betrieb und die Einnahmen aus den Fahrkarten. Die Gespräche dauern an, gibt die Pressestelle der Stadt Auskunft. Wann es zu einer Einigung kommen könnte, ist nicht zu erfahren.

Derweil kündigt Ortsbeirat Lindstaedt an, dass sich aus dem „harten Kern der Anwohner“ demnächst eine Bürgerinitiative gründen werde. Wie viele Anwohner in engster Nähe zu dem nur etwa 1,6 Kilometer langen Ausbaustücke leben, weiß Lindstaedt nicht genau. 160 Einwendungsschreiben waren beim RP in der Causa eingegangen, ist von dort zu erfahren.

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