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Bad Homburg Gedächtniskirche Des Kaisers Kanzel

Vor 100 Jahren ist die Gedächtniskirche in Bad Homburg geweiht worden. Die Gemeinde will das einen Sommer lang feiern. Eine Festschrift hält die Geschichte des Gotteshauses fest.

Vierzig Meter reckt sich der Turm in den Kirdorfer Himmel. Foto: R. Oeser

Vor 100 Jahren ist die Gedächtniskirche in Bad Homburg geweiht worden. Die Gemeinde will das einen Sommer lang feiern. Eine Festschrift hält die Geschichte des Gotteshauses fest.

Ein dreifaches Jubiläum wird den Kirdorfer Sommer 2013 im öffentlichen Bewusstsein verankern. Nicht allein, dass die Gedächtniskirche vor hundert Jahren geweiht wurde – die zugehörige Gemeinde ist zudem seit fünfzig Jahren selbstständig und die klanggebende Orgel ein Vierteljahrhundert alt. Anlässe, die mit einem reichhaltigen Festprogramm gewürdigt werden.

Vorgelegt hat bereits das Heimatmuseum am Kirchberg: Seit März läuft eine Ausstellung, die „Einst am Ortsrand – heute mittendrin“ überschrieben ist und bis Ende Juni den Weg von Außerhalb ins Innere nachzeichnet. Was sich nach der Grundsteinlegung im Mai 1912 in die Höhe türmte, war nicht nur räumlich am Rande des Dorfes gelegen. Auch die Menschen evangelischen Glaubens standen zunächst am Rande der weitgehend katholischen Kirdorfer Gemeinschaft.

Möglich gemacht hatte die Kirchengründung der in London reich gewordene Johann Georg Dippel. Der kinderlos gebliebene Homburger finanzierte großzügig und warb weitere Geldgeber, so dass das Bauvorhaben innerhalb von nur 15 Monaten realisiert werden konnte. Heute befinden sich die Grabsteine von Dippel und dessen Frau Katharina im rückwärtigen Teil des Kirchgartens. Als Architekt der zwischen Neuromanik und Jugendstil changierenden Glaubensstätte zeichnete der Königliche Baurat Heinrich Jacobi.

Eine 120-seitige Festschrift, die in zwei Wochen erhältlich sein soll, wird die Entwicklungen in Wort und Bild darstellen. Wichtige Abschnitte gelten der bauhistorischen Verbindung zu zwei Homburger Gotteshäusern. Ähnlich wie die Erlöserkirche verfügt das Kirdorfer Haus über Taufkapelle und Unterkirche. Um die Inneneinrichtung zu komplettieren, durften mit kaiserlicher Zustimmung schließlich die zur Schlosskirche gehörende Kanzel, der Altar, Taufstein und Kerzenleuchter verwendet werden.

Aus der anfangs knapp 500 Mitglieder zählenden Gemeinde ist die größte im Dekanat Hochtaunus erwachsen. Innerhalb des Bezirks, der von Kirdorf bis zur Saalburgchaussee und ins Gartenfeld reicht, herrscht ein starkes gesellschaftliches Gefälle. Sozialarbeit ist seit jeher ein Schwerpunkt innerhalb der Pfarrei.

Wie vor Jahr und Tag ist die Gedächtniskirche ein Ort der Erinnerung. In den Fensterbildern von Rudolf Yelin leben sie fort, die biblischen Lämmer, Bienenstöcke und flammenden Herzen. Aber auch die Toten, zu deren Gedenken sie gestiftet wurden: Frauen und Männer, fest im Glauben, beweint und unvergessen.

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