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Bad Homburg Flotte Sprüche gegen den Apfelklau

Orangefarbene Bänder sollen in der Erntezeit Diebe von Bäumen fernhalten. Obstfreunde, die keinen eigenen Baum haben, können einen Leseschein erwerben.

08.09.2011 22:14
Martina Propson-Hauck
So rotbackig und knackig frisch verlocken Äpfel zum Mundraub. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Im Herbst wird seit einigen Jahren auch auf Bad Homburger Streuobstwiesen in immer größerem Ausmaß Obst gestohlen. Nicht vom Mundraub einzelner Spaziergänger, die sich an einem rotbackigen Apfel laben, der vom Baum gefallen ist, ist hier die Rede, sondern vom groß angelegten und systematischen Abernten von Apfelbäumen, die einem nicht gehören.

Seit drei Jahren berichten erboste Landwirte und Pächter von Streuobstwiesen, dass teilweise ganze Familien in den Bäumen zur Ernte säßen und das Obst mit Anhängern abtransportierten. Auch in Oberursel und Kronberg sind in den vergangenen Jahren Obstbauern so um ihre Ernte gebracht worden.

Um dem offenbar zunehmend schwindenden Unrechtsbewusstsein entgegenzutreten, hat man im Rathaus jetzt eine Aktion aufgegriffen, die vor zwei Jahren im Frankfurter Umweltamt ersonnen wurde: Pächter und Pfleger von Streuobstwiesen im Kirdorfer Feld, am Platzenberg, am Pilgerrain oder am Ober-Erlenbacher Wingert erhalten kostenlos orangefarbene Absperrbänder, die mit markigen Sprüchen bedruckt sind: „Kommt der Apfelklauer, wird der Bauer sauer“, ist da ebenso zu lesen wie „Nur schauen, nicht klauen!“.

Die Bänder sollen nur während der Erntezeit an den Bäumen befestigt werden und signalisieren, dass der entsprechende Baum oder die gesamte Streuobstwiese gepflegt und abgeerntet wird. Wer das ganze Jahr hindurch einen Baum schneidet, gegen Schädlinge schützt und umhegt, soll schließlich nicht um den Lohn seiner Arbeit gebracht werden.

Die Bänder sollen „in charmanter Weise“ darauf aufmerksam machen, dass die Bäume jemandem gehören. Eine Einzäunung der Wiesen in der offenen Kulturlandschaft sei „weder gewollt noch zulässig“, heißt im Rathaus.

Wer gern frisches, heimisches Obst ernten möchte, aber kein eigenes Grundstück oder keinen Obstbaum besitzt, kann bei der Stadt auch einen sogenannten „Leseschein“ zum Preis von fünf Euro erwerben. Auch Baumpatenschaften oder Obstbaumgrund-stücke zur Pacht und Pflege vermittelt man dort gerne. Informationen gibt Simona Meinecke (06172/100-6071) oder Doris Klenk (06172/100-6144).

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