Lade Inhalte...

Bad Homburg Die Würde der Opfer

Fotoschau zeigt die Betroffenen des Klimawandels weltweit.

Juliana Pacco Pacco, Peru.

Klimawandel – für viele Menschen in den Industriestaaten der westlichen Welt noch immer ein eher abstrakter Begriff. Wer nicht von extremem Wetter direkt betroffen ist, von Wirbelstürmen, Dürren, Wald- und Buschbränden, für den mag es drängendere Probleme geben, denen man sich widmen sollte. Zumal die bei internationalen Konferenzen immer neu gesetzten und wieder verworfenen Klimaziele selten wirklich messbaren Erfolg zeigen.

Die Fotografen Mathias Braschler und Monika Fischer haben daher die direkt Betroffenen besucht. Rund um den Globus portraitierten sie Slumbewohner, Schäfer, Kuhhirten und Familien. Die eindrucksvollen Aufnahmen, die dabei entstanden sind, werden in Bad Homburg ausgestellt.
Fotos sollen sensibilisieren

Die Schau am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Frankfurter Goethe-Universität bildet einen Schwerpunkt rund um das Thema „Klimawandel und Gerechtigkeit“. Mehr als 30 Fotografien sind ab Donnerstag im Forschungskolleg zu sehen, die Ausstellung läuft bis zum 15. Mai.

Nach Angaben der Klimawissenschaftlerin Julia Schultz sind die Fotos trotz der Dramatik der Situation in den betroffenen Ländern niemals sensationsheischend. „Es sind ruhige Bilder, sie sollen sensibilisieren.“ Der Betrachter soll sich mit den gezeigten Menschen und ihren Lebenssituationen auseinandersetzen, deren Würde aber soll gewahrt bleiben. Ganz bewusst soll die Linse nicht von oben auf ihre Subjekte herabblicken.

So entstanden Aufnahmen von Opfern. Aber von selbstbewussten und aufrechten Opfern. In Mali blickt der Kuhhirte Gouro Modiu mit seinem sechsjährigen Sohn Dao in die Kamera. Es fällt nicht genug Regen, die Landschaft ist vertrocknet. Direkt neben den beiden liegt der verweste Kadaver eines verendeten Rinds.

In China steht ein Ehepaar auf den Überresten seines von einer Überschwemmung vernichteten Hauses. Es beherbergte den gemeinsamen Laden von Yang Gengbao und deiner Frau Huang Lianfeng. In Italien lässt der Melonenfarmer Antonio Esposito den Blick über sein Feld schweifen. Ein schwerer Hagelsturm hat es verwüstet.

Die Schau soll zum Nachdenken anregen. Sie flankiert eine ebenfalls öffentliche Podiumsdiskussion am kommenden Montag, 23. Februar. Dann diskutieren im Forschungskolleg Am Wingertsberg die Wissenschaftler Darrel Moellendorf, Hermann E. Ott, Konrad Ott und Julia Schultz zum Thema „Klimawandel und Gerechtigkeit“.

Es geht um die realistischen Möglichkeiten der internationalen Klimapolitik, aber auch um Eingriffe des Menschen in die biochemischen Kreisläufe der Erde, das gemeinhin unter dem Schlagwort Geo-Engineering zusammengefasst wird.
Unterstützt werden die Veranstaltungen unter anderem von der Stadt Bad Homburg.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum