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Bad Homburg Die Vorschläge im Überblick

Wo kann günstiger Wohnraum entstehen? Und wie wird man „fahrradfreundlichen Stadt“? Ein Überblick über die Empfehlungen der Planer.

Bauarbeiter
Zwei Bauarbeiter arbeiten im Gegenlicht auf einem Gerüst. (Symbolfoto)

Für Jugendliche und „Junggebliebene“ schlägt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept „Bad Homburg 2030“, das die Stadtplaner Svenja Knuffke und Stefan Kornmann vom Frankfurter Büro Albert Speer und Partner (AS+P) vorgestellt haben, mehrere „Aktivspots“ vor. Gemeint sind Treffpunkte, an denen es auch Sportmöglichkeiten geben soll. Als geeigneten Ort dafür sehen die Planer das Umfeld des Bahnhofs an, da dort mit dem Musikclub Gambrinus und dem geplanten Kino bereits Angebote für junge Menschen vorgesehen seien. Konkret schlagen sie den Parkplatz des Technischen  Rathauses für einen „Aktivspot“ vor. Weitere Standorte könnten der Jubiläumspark und die  Landgräfliche Gartenlandschaft sein.

Wo kann günstiger Wohnraum entstehen? Das war eine der meistgestellten Fragen der Bürger beim jüngsten Stadtdialog. Der Leiter der Stadtplanung, Holger Heinze, verwies darauf, dass Bad Homburg bereits jetzt Investoren für Neubaugebiete, wie sie auf dem ehemaligen Klinikgelände oder dem Vickers-Areal geplant sind, einen festen Anteil an geförderten Wohnungen vorschreibt – auf dem Vickers-Gelände, wo knapp 300 Einheiten entstehen sollen, sind es 30 Prozent. „Das ist aber noch ausbaufähig“, räumt Heinze ein.

Die Stadtplaner von AS+P sehen weiteres Potenzial durch eine Verdichtung in vorhandenen Siedlungen wie an der Hofheimer Straße oder dem Gartenfeld. Dass das nicht einfach wird, räumt Stefan Kornmann ein. „Man muss das mit den vorhandenen Bewohnern abstimmen.“

Auch mit ihrer Vision eines Klimaquartiers am Bornberg dürften sie nicht nur auf Zustimmung stoßen. Das 23 Hektar große Areal im Stadtteil Gonzenheim ist schon seit über 20 Jahren als Wohngebiet vorgesehen, was jedoch bislang am Widerstand von Eigentümern und der Verkehrserschließung gescheitert ist. Aus Sicht der Planer könnte am Bornberg einmal ein autoarmes Modellquartier entstehen, das durch energieeffiziente Gebäude sowie E-Mobilität und Sharing-Angebote ein klimaschonendes Wohnen ermöglicht.

Kombination von Wohnen und Gewerbe

Potenzial für eine Kombination von Wohnen und Gewerbe sehen die Planer unter anderem an der Pappelallee und auf dem Areal des Mercedes-Händlers Senger am Hessenring. Das Gelände könne als „Gelenk zwischen Bahnhof und Innenstadt“ dienen, sagte Planerin Svenja Knuffke. Zudem biete es eine der wenigen Gelegenheiten, in der Stadt auch höher als vier Geschosse zu bauen.

Der Weg zur „fahrradfreundlichen Stadt“  hatte sich schon früh als eines der Top-Themen in den Beiträgen der Bürger herauskristallisiert. Auch in dem nun vorgestellten Konzept spielt es eine wichtige Rolle.

Als einen neuralgischen Punkt haben die Planer die Verbindung zwischen Bahnhof und Rathaus ausgemacht. Deshalb schlagen sie eine „barrierefreie Ertüchtigung“ der Brücke über den Hessenring vor. Eine solche „hochwertige Rampe“ könne für Einwohner und Besucher als Aushängeschild für die Fahrradstadt Bad Homburg dienen.

In Nord-Süd-Richtung soll vor allem die Kaiser-Friedrich-Promenade für Radfahrer attraktiver werden. Sie ganz für Autos zu schließen, wie die Grünen bereits gefordert haben, geht den Planern von AS+P allerdings zu weit. Aus ihrer Sicht könnte die Promenade, die am Kurpark entlang führt, aber immerhin zur „Fahrradstraße“ werden, auf der Radler Vorrang vor Autofahrern haben.

Um Fußgängern das Leben zu erleichtern, schlagen die Planer vor, die Parkplätze am Schulberg wegfallen zu lassen. Derzeit sei der Bürgersteig dort so eng, dass Eltern mit Kinderwagen nicht passieren könnten, hat Stefan Kornmann festgestellt. Um den Geschäftsleuten am Schulberg entgegenzukommen, könnte man die Parkplätze in die benachbarte Schlossgarage integrieren, schlägt der Stadtplaner vor, eventuell mit einer halben Stunde freiem Parken.

Neben solchen punktuellen Vorschlägen sehen die Planer es aber als notwendig an, ein Mobilitätskonzept zu erstellen, das alle Verkehrsmittel inklusive Auto und öffentlichen Personennahverkehr im Zusammenhang betrachtet. Darin sollten auch neue Möglichkeiten wie die E-Mobilität berücksichtigt werden.

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