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Bad Homburg Blickachsen Fest im Kunstkalender

Christian Scheffel, Kurator der Blickachsen, freut sich über 1,5 Millionen Besucher. Sie kamen aus ganz Europa nach Bad Homburg, zum Teil auch aus Übersee.

04.10.2013 11:57
„The Wanderer“ von Sean Henry muss leider wieder weiterwandern. Foto: Michael Schick

Am Wochenende gehen die Blickachsen 9 in Bad Homburg zu Ende, ein Gespräch mit Kurator Christian Scheffel.

Angenommen, jemand kommt heute zum ersten Mal in den Kurpark, was muss er sich unbedingt noch ansehen?

(lacht) Ich habe kein Lieblingsobjekt. Aber wer dieses Wochenende keine Zeit hat, der sollte in der kommenden Woche zum Campus Westend fahren, dort bauen wir erst später ab, hier im Kurpark geht es am Montag los.

Wie lange werden Sie brauchen?

Mindestens drei Wochen. Wir beginnen mit den großen und schweren Skulpturen.

Das größte Werk ist wie schwer?
Die schwerste Skulptur ist eine Arbeit von Masayuki Koorida aus schwarzem Granit und wiegt knapp 20 Tonnen.

Bleibt eine der Skulpturen hier?
Anscheinend nicht. Im Parlament wurde ja leider beschlossen, erst für die nächsten Blickachsen wieder etwas anzusparen. Über den Entschluss bin ich nicht glücklich, da es mir um ein kontinuierliches Signal des Magistrats der Stadt geht, die große Chance der Blickachsen zu nutzen.

Wie viele Werke hat die Stadt bisher gekauft.

In den sechzehn Jahren Blickachsen: drei. Von Förderern wurden der Stadt zudem vier weitere Skulpturen gestiftet.

Was war 2013 das Besondere?
Dass wir so viele Nachfragen nach Führungen hatten. Das hat enorm zugenommen. Und dann gab es sehr viele Emails und Briefe, die viel Zustimmung und Begeisterung über die Blickachsen widerspiegelten.

Wie viele Menschen waren da?

Das lässt sich schlecht zählen, da wir ja keine Eintrittskarten verkaufen. Die Kur- und Kongress GmbH schätzt, dass eine bis eineinhalb Millionen Menschen allein den Kurpark besuchten. Wir können den Erfolg aber an den Führungen sehen, in diesem Jahr waren es über 500, das sind noch mal wesentlich mehr als beim letzten Mal. Wir haben das Vermittlungsteam aufgestockt und sehr viel Lob für die Qualität der Führungen bekommen.

Woher kamen die Menschen?
Ein Großteil aus ganz Europa, aber auch von Übersee. Ich hatte eine Gruppe Amerikaner und erst am Wochenende waren die Freunde des Kunsthauses Basel für zwei Tage hier. Wir stehen inzwischen als fester Termin im internationalen Kunstkalender. Die Besucher schauen sich nicht nur im Kurpark um, sondern reisen auch zu den anderen Blickachsen-Standorten im Rhein-Main-Gebiet. Auch über die gute Presse in Print, Internet, Radio und Fernsehen haben wir uns natürlich sehr gefreut.

Und über gutes Wetter.
Das ist nicht mal so ausschlaggebend. Wenn es nicht gut ist, fragt man eher: Was machen wir an einem Tag, an dem man nicht im Garten sitzen kann. Seit letzter Woche hat die Besucherzahl noch mal angezogen, ich habe viele mit zum Teil hochprofessionellen Foto-Ausrüstungen gesehen.

Da werden die Aufnahmen für die Fotokalender zu Weihnachten gemacht.

Ja, das sind ja auch super Motive. Ich kenne tolle Aufnahmen mit Freunden und der ganzen Familie um die Skulpturen.

Schon Pläne für die nächsten Blickachsen?

Sicher, aber da rede ich noch nicht drüber. Jetzt danke ich erst einmal allen Besuchern, denn durch sie werden die Blickachsen lebendig.

Das Gespräch führte Andrea Herzig.
Führungen: im Kurpark am Sonntag, 6.10., um 11 Uhr. Treffpunkt am Schmuckplatz an der Kaiser-Friedrich-Promenade gegenüber Haus Nr. 55; im Schlosspark am Sonntag um 15 Uhr, Treffpunkt Weißer Turm auf dem Oberen Schlosshof; keine Anmeldung, 90 Minuten, 6 Euro.

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