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Bad Homburg Bad Homburgs neuer Kurdirektor ist schon nominiert

Holger Reuter soll 200.000 Euro Gehalt bekommen. Die Stadt räumt derweil einen Fehler bei dem Kündigungsverfahren ein.

Während der bisherige Kurdirektor Ralf Wolter noch gegen seine Entlassung klagt, bereitet die Stadtregierung um Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) bereits dessen Nachfolge vor. Nach Informationen der FR soll Holger Reuter, der den Posten derzeit kommissarisch führt, rückwirkend zum 1. Juli offiziell zum Geschäftsführer der städtischen Kur- und Kongress GmbH (KUR) bestellt werden.

Was die Panne bei der Verhandlung um die Kündigung Wolters am vergangenen Freitag vor dem Landgericht Frankfurt angeht, nimmt die Stadt die Verantwortung auf sich. Dass Kurgesellschaft und Stadt dabei nicht einmal durch einen Anwalt vertreten waren, sei einem „Bürofehler“ geschuldet, teilte Rathaussprecher Andreas Möring mit. Weiter ins Detail gehen mochte er allerdings nicht.

In der mündlichen Verhandlung hatte die Richterin deutlich gemacht, dass sie die fristlose Kündigung Wolters für unbegründet hält. Ein Urteil will sie allerdings erst in den kommenden Tagen verkünden. Unstrittig ist die ordentliche Kündigung von Wolters Geschäftsführer-Vertrag. Wegen sich widersprechender Klauseln ist allerdings offen, wie lange genau er noch läuft. Die mögliche Spanne reicht von Ende 2018 bis Ende 2019. Die Stadt hat schon angekündigt, Einspruch gegen das Urteil des Landgerichts einzulegen. Das sei möglich, teilte Gerichts-Pressesprecherin Isabel Jahn mit. Die Klage würde dann gegebenenfalls noch einmal von derselben Richterin verhandelt.

Hinsichtlich des neuen Kurdirektors wollte Rathaussprecher Möring am Montag noch keinen Namen bestätigen. Die Stadt arbeite weiterhin an dem Modell, den Kurdirektor künftig in die Stadtverwaltung einzugliedern. Noch seien nicht alle erforderlichen Beschlüsse gefasst.

Wie die FR erfahren hat, soll der Magistrat bereits der Personalie Holger Reuter zugestimmt haben. Laut der entsprechenden Vorlage soll Reuter als Beschäftigter bei der Stadt angestellt und auf Basis des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst eine Grundvergütung von knapp 92 000 Euro pro Jahr erhalten. Hinzu kommen allerdings noch mehrere Funktionszulagen, die sich auf insgesamt 110 000 Euro summieren. Dabei geht es unter anderem um die Geschäftsführerposten bei den KUR-Töchtern Spielbank oder Baumstark-Klinik.

Alles in allem beläuft sich Reuters künftiges Jahresgehalt also auf 202 000 Euro. Hinzu kommen 34 000 Euro für eine zusätzliche Altersvorsorge. Zum Vergleich: Ralf Wolter, der als Geschäftsführer direkt bei der KUR angestellt war, erhält 253 000 Euro.

Sollte Wolters Klage gegen seine fristlose Kündigung Bestand haben, hätte Bad Homburg bis zum Auslaufen seines Vertrages zwei Kurdirektoren – und müsste auch beiden ihr volles Gehalt zahlen.

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