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Bad Homburg 7000 Einwohner im Dialog über U-Bahn

Das Informationsangebot in Bad Homburg zur geplanten Bahnverlängerung wird reichlich genutzt. Hauptthemen sind die Bauzeit und der Schallschutz.

Verkehr im Rhein-Main-Gebiet
Die Linie U2 soll verlängert werden. Foto: Christoph Boeckheler

Mehr als 7000 Menschen haben sich seit der Freischaltung der städtischen Website zur geplanten Verlängerung der U-Bahn-Linie 2 via Online-Angebot informiert. Als bislang stärkster Monat schlägt der August mit 3800 Web-Besuchern zu Buche. Information tut not – nur noch wenig Zeit bleibt zur Urteilsfindung.

In 23 Tagen entscheiden die Bad Homburger, ob die seit einem halben Jahrhundert diskutierte Trasse zwischen Gonzenheim und dem Bahnhof gebaut werden soll. Am 28. Oktober, dem Tag der Landtagswahl, kommt auch der umstrittene „Lückenschluss“ zur bürgerlichen Abstimmung.

Die Mitte Juni von der Stadtverwaltung und der für die Kommunikationsstrategie verantwortlichen IFOK GmbH losgetretene „Informations-Offensive“ beinhaltet nicht alleine die U2-Internetplattform mit ihren diversen Themenaspekten zu Chancen und Risiken des 58 Millionen-Euro-Großbauvorhabens, sondern auch das, was unter dem Motto „Bürger und Planer im Dialog“ steht.

Stadtverantwortliche, Gutachter und Vertreter von Interessengruppen sind gefordert, wenn am 18. Oktober der zweite „Info-Markt“ im Wintergarten des Bahnhofs über die Bühne geht. Um noch näher beim Bewohner der Kurstadt zu sein, sind bis zum Entscheidungstag zudem „Info-Stände“ in den Ortsteilen anberaumt. Der gute Wille, nichts im Verborgenen zu lassen, ist allseits spürbar. Immerhin wird um ein Schienenprojekt gerungen, das auch für die gesamte Region des Ballungsraumes Vorteile bringen soll. Die Bedeutung vor dem Hintergrund von Tangente West-und Taunusbahn-Anbindung wird in den Debatten stets betont. Schließlich soll der Homburger Kaiserbahnhof nichts weniger als die florierende „Drehscheibe“ vor den Toren Frankfurts werden.

Während dem Thema „Schallschutz“ mittlerweile eine zentrale Position im U2-Verlängerungsfuror zukommt – im Rathaus sind verschiedene Optionen wie Schmieranlagen oder Rasengleise in der Prüfung –, erkundigen sich die Einwohner der Kreisstadt auch nach anderen Facetten des 1,6 Kilometer langen und mit einem Tunnel bestückten Schienenstranges.

„Die Fragen betreffen häufig die Bauzeit“, sagt Andreas Möring, Pressesprecher von Bad Homburg. Wichtig sei stets die Information, dass die Frankfurter Landstraße während des Bauens in mindestens einer Richtung befahrbar bleibe. Auch die Vorteile für die Stadt seien für viele Bewohner unklar. „Der Punkt, an dem viele aufmerksam werden, ist aber die mögliche Entlastung der A661 und einiger Straßen innerhalb Homburgs.“ Gerechnet wird daneben mit weniger Verkehr an der enorm frequentierten Peters Pneu Renova-Kreuzung, die Usinger- mit Taunusvorland verbindet.

Nach Auskunft von Andreas Möring drehen sich Gespräche zudem um jene 13 000 Arbeitsplätze, die auf dem Areal südlich des Bahnhofs verfügbar sind. „Die dort angesiedelten Unternehmen erwirtschaften 40 Prozent der anfallende Gewerbesteuer und haben für die Stadt große Bedeutung.“ Es seien finanzielle Mittel, mit denen Kindertagesstätten, Sportplätze oder Kulturveranstaltungen unterstützt werden könnten. „Nicht zuletzt deshalb ist die Anbindung zwischen diesem Gebiet und dem Frankfurter Norden für Bad Homburg von Interesse.“

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