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Arzt verhaftet Betrug auf Rezept

Mehr als eine halbe Million Euro sollen ein Apotheker aus Friedrichsdorf und ein Arzt aus Frankfurt durch gefälschte Rezepte in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Jetzt erwartet sie ein Prozess.

Weißer Kittel, aber keine weiße Weste Foto: dpa

Der Arzt war jahrelang untergetaucht. Im Oktober konnte die Polizei den 60-Jährigen endlich in Maintal festnehmen. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Montag mitteilte. Bereits im November habe sie Anklage gegen den Mann und einen Apotheker erhoben. Sie wirft ihnen gewerbsmäßigen Betrug und Untreue in 33 Fällen vor. Das Strafmaß im Fall einer Verurteilung: sechs Monate bis zehn Jahre Haft.

Der Allgemeinarzt, der zur Tatzeit eine Praxis in Frankfurt betrieb, bleibt wegen Fluchtgefahr hinter Gittern. Sein mutmaßlicher 51 Jahre alter Komplize, e Apotheker in Friedrichsdorf in Taunus, ist auf freiem Fuß.

Die den beiden Männern zur Last gelegten Taten liegen einige Zeit zurück. In den Jahren 2002 bis 2004 soll der Arzt Sprechstundenbedarfsartikel bei der AOK Hessen abgerechnet haben, die ihm der Apotheker nie ausgeliefert hatte. „Das waren Luftnummern“, sagt Oberstaatsanwalt Günter Wittig. Nach einer polizeilichen Durchsuchung der Praxisräume sei der Arzt untergetaucht. Der Apotheker lebt jetzt in Nähe von Paderborn.

Auf rund 550 000 Euro beziffert die Staatsanwaltschaft den Schaden, den der AOK entstand. Die hatte den Ermittlern auch den entscheidenden Tipp gegeben: „Uns ist seinerzeit aufgefallen, dass ein Arzt mit sehr wenig Patienten extrem hohen Sprechstundenbedarf bei uns abrechnet“, erläutert AOK-Sprecher Riyad Salhi. Gemeint sind damit Pflaster, Verbände, Einwegspritzen oder auch Desinfektionsmittel. Die stellen die Ärzte in Hessen bei der AOK in Rechnung, die sich das Geld anteilig bei den anderen Krankenkassen wiederholt.

Wie Sprecher Salhi weiter informiert, ist es nicht das erste Mal, dass Betrüger nach dieser Masche operieren. Es gebe auch andere Fälle, in den sich Ärzte und Apotheker fänden, um mit Luftrezepten dem Solidarsystem zu schaden. Gleichwohl warnt er vor Verallgemeinerungen: „Das sind immer Einzelfälle.“

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