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Altkönigschule Kronberg Polizei ermittelt nach Abi-Scherz

Fast 400 Kinder und Jugendliche werden bei einem Abitur-Scherz in Kronberg leicht verletzt. Auslöser ist eine Schaumparty der Abiturienten. Diese entschuldigen sich für den misslungenen Scherz. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

20.06.2013 12:49
Verletzte Schüler gehen zu den Krankenwagen. Foto: Sven-Sebastian Sajak/dpa

Es sollte ein fröhlicher Tag an der Altkönigschule in Kronberg werden. Die Abiturienten wollten mit ihren Mitschülern das Ende ihrer Schulkarriere feiern. Doch dann fuhren Dutzende Einsatzwagen der Feuerwehr und des Rettungsdienstes vor, zahlreiche Kinder und Jugendliche mussten ins Krankenhaus gebracht oder vor Ort untersucht werden. Ursache: Partyschaum, der bei Hunderten Schülern zu Reizungen der Atemwege und der Haut führte.

Abiturienten "zutiefst schockiert"

Die Abiturienten haben sich mittlerweile für den misslungenen Scherz entschuldigt: "Wir bitten alle Familien und Freunde und vor allem Euch, liebe Mitschülerinnen und Mitschüler, von ganzem Herzen um Entschuldigung. Es tut uns sehr leid", schrieben sie in einem offenen Brief nach dem Unfall, der sich am Donnerstag ereignet hatte. Sie seien "zutiefst schockiert". Gegen drei Jugendliche ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

LKA lässt Schaumproben untersuchen

Auch das Landeskriminalamt untersucht inzwischen, wie es zu der Panne bei dem Abit-Scherz kommen konnte. Wie ein Sprecher der Polizei in Bad Homburg am Freitag mitteilte, seien Proben des Schaums und die Schaummaschine zur Untersuchung nach Wiesbaden gebracht worden. "Es könnte sein, dass das Mischungsverhältnis falsch war", sagte der Sprecher. Mit einem Ergebnis der Untersuchungen des LKA wird nächste Woche gerechnet.

Ein Augenzeuge schilderte am Donnerstag, wie die Schüler erst in der Turnhalle mit lauter Musik gefeiert hätten, dann seien viele in den Bereich des Campus C der Schule gegangen. Von einem Balkon aus hätten dann einige Schüler große Mengen Schaum mit einer Spezialkanone von oben in einem breiten Strom auf den Schulhof gespritzt. Recht bald seien Kinder unten auf dem Hof in den Schaum gesprungen und hätten sich auch mit dem Schaum eingerieben. Unter diesen Schaumbadern, die zum Teil ganz in der fluffigen Masse verschwunden waren, hätten sich ausschließlich jüngere Kinder aus der Unterstufe befunden.

Kinder übergeben sich

Plötzlich, so berichtete der Augenzeuge, habe sich einer der Feiernden übergeben, andere seien kreidebleich geworden. Schnell hätten die Umstehenden bemerkt, dass hier etwas schieflaufe und Hilfe alarmiert.

Die Rettungskräfte aus der Umgebung seien umgehend mit einem Großaufgebot angerückt, heißt es den Berichten zufolge.

Laut Informationen des Hochtaunuskreises waren es letztlich 196 Schüler, die in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden. In den allermeisten Fällen handelte es sich dabei um reine Vorsichtsmaßnahmen; einige Schüler hatten jedoch mittelschwere Verletzungen. Schwer verletzt wurde niemand. 47 Schüler wurden beispielsweise ins Klinikum in Frankfurt-Höchst gebracht, die meisten konnten aber nach kurzer Behandlung wieder entlassen werden. Vier Schüler mussten zur Überwachung in der Klinik bleiben.

Noch an der Schule wurden weitere 200 Jungen und Mädchen untersucht, dabei wurden aber keine Symptome einer Erkrankung oder Verletzung festgestellt.

Für alle Schüler, die nicht direkt an einem der Krankenhäuser abgeholt werden konnten, wurde ein Rücktransport mit Bussen zur Altkönigschule organisiert. Es waren 110 Feuerwehrleute und 170 Rettungskräfte mit zusammen mehr als 70 Fahrzeugen im Einsatz. Auch zwei Rettungshubschrauber landeten am Schulgelände in Kronberg. Die Helfer kamen nicht nur aus Kronberg und dem Hochtaunuskreis, sondern auch aus der Wetterau, Frankfurt, dem Main-Taunus-Kreis, dem Rheingau-Taunus-Kreis, Wiesbaden, dem Kreis Limburg-Weilburg und aus Darmstadt.

Für besorgte Eltern hatte der Hochtaunuskreis zwischenzeitlich ein Bürgertelefon eingerichtet. Der Kreis riet, Kinder, die mit dem Schaum in Berührung kamen, sowie deren Kleidung gründlich zu waschen. bö/gna/rhea/dpa

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