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Groß-Zimmern Beigeordneter leugnet den Holocaust

Seit Juni ist der ehrenamtliche Beigeordnete Michael Schmidt in Groß-Zimmern im Amt. Auf seiner Facebookseite teilt er den Artikel eines Holocaust-Leugners und tritt zurück.

14.07.2016 17:57

Holocaust ist die schwärzeste Lüge der Geschichte“, lautet die Überschrift über dem Artikel, dazu der Kommentar „Macht euch mal einige Gedanken darüber...“. Der Post im sozialen Netzwerk Facebook stammt von Michael Schmidt, seit Juni ehrenamtlicher Beigeordneter von Groß-Zimmern. Und dieser Eintrag vom 8. Juli ist nicht der einzige seiner Art. Am 1. Juni heißt es etwa: „Wir sollten endlich die Wahrheit erfahren...“, darunter verbreitet Schmidt einen Artikel des „Volksboten“, in dem die Zahl der Holocaust-Toten als falsch dargestellt wird.

Zimmerner Liste bleibt gelassen

Wegen dieser Posts hat Groß-Zimmerns Bürgermeister Achim Grimm (CDU) nun die Kommunalaufsicht eingeschaltet und um Rat über das weitere Vorgehen gebeten. Am Donnerstag vergangener Woche habe er von diesen Äußerungen erfahren. „Das macht schon sprachlos, da fehlt jederlei Anstand“, so der Bürgermeister. Neben „der Infragestellung des Holocaust“ wirft Grimm dem Beigeordneten vor, in dem sozialen Netzwerk „zum Sturz gewählter Regierungen aufzurufen“.

Grimm wollte prüfen lassen, „inwiefern sich das verträgt mit seinem Amt, ob Schmidt als Ehrenbeamter tragbar ist.“ Schmidt kam dem zuvor und hat inzwischen seinen Rücktritt verkündet. „Ich möchte vermeiden, eine Belastung für das Ehrenamt darzustellen“, schrieb er an den Bürgermeister. Auf telefonische Nachfrage hatte er bestätigt, die genannten Artikel gepostet und kommentiert zu haben. Zum Rücktritt sagte Grimm: „Die Erleichterung ist groß.“

Erst im Juni war Michael Schmidt in Groß-Zimmerns Gemeindevorstand gewählt worden. Nominiert hatte ihn die Zimmerner Liste (ZiLi), die seit der Kommunalwahl erstmals mit drei Sitzen im Parlament vertreten ist. Deren Fraktionsvorsitzender Janek Gola – vormals AfD – zeigte sich nach Bekanntwerden von Schmidts Facebook-Einträgen gelassen. „Man ist ja heutzutage schon verdächtig, wenn man hellhäutig und katholisch ist“, sagte er auf Nachfrage. „Wir werden uns diese Dinge zu Gemüte führen und gucken, was gesagt wurde und was nicht.“ (ers)

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