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Deutscher Rock und Pop Preis Die Country-Fee von nebenan

Manuela Bello ist für den Deutschen Rock und Pop Preis nominiert. Und das in gleich vier Kategorien. Um zu überzeugen hat sie nur zehn Minuten Zeit.

27.11.2012 10:43
Von Jana Kinne
Countrybell alias Manuela Bello. Foto: Martin Weis

Manuela Bello ist für den Deutschen Rock und Pop Preis nominiert. Und das in gleich vier Kategorien. Um zu überzeugen hat sie nur zehn Minuten Zeit.

Es ist eigentlich alles ganz normal im Leben von Manuela Bello. Sie lebt in einem Wiesbadener Vorort, hat Bürokauffrau gelernt. Nur etwas gibt es, das die 41-Jährige anders macht: Seit 1997 tourt die Hessin als Countrybell durch die Lande, mischt Festzelte mit Cowboyhut und Lederstiefeln auf, hat sich dem Linedance und der amerikanischen Volksmusik verschrieben. Nun ist sie für den Deutschen Rock und Pop Preis nominiert, der am 8. Dezember in den Rhein-Main-Hallen verliehen wird.

Vergangenes Jahr, da lief sie zufällig vorbei, als der Preis vergeben wurde. Sie stand vor der Tür, lugte hinein und träumte davon, sich doch auch mal zu bewerben. Schließlich ist Manuela Bello seit Jahren Mitglied beim Deutschen Rock und Pop Musikverband (DRMV), der den Preis vergibt.

Auf kleinen Bühnen zuhause

Sie hat es gewagt und sie ist nominiert worden. Und das in gleich vier Kategorien: Als beste deutsche Sängerin könnte sie ausgezeichnet werden. Auch ihr Titel „Lay down your love on me“ ist als bester Song im Rennen.
„Ich kann es selbst kaum glauben“, sagt Bello und zupft dabei verlegen an ihrem Cowboyhut. Erst ein Lied hat sie professionell aufgenommen. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten macht sie alles selbst, pflegt ihre Homepage, plant Auftritte und stellt selbst gedrehte Musikvideos ins Netz.

Der große Erfolg blieb bisher aus. Ihr Metier sind eher die kleinen Bühnen. Für Firmenfeiern oder Geburtstagsfeste kann man Bello als Alleinunterhalterin buchen, auf Festen wie dem Wiesbadener Stadt- oder dem Wilhelmstraßen-Fest sang und tanzte sie.

Bello, die Autodidaktin

Schon seit ihrem achten Lebensjahr singt Manuela Bello, Unterricht nahm sie nie. Sie ist Autodidaktin, die nicht mit der Gitarre, sondern mit einer kleinen Stereoanlage auszog, um die Musikwelt zu erobern.

Mittlerweile kann Bello von ihrer Kunst leben. Die Gagen ihrer Auftritte und ihre Arbeit als Linedance-Lehrerin bringen ihr genügend Geld ein. Ihren Job als Bürokauffrau hat sie längst an den Nagel gehängt.

Ihre Vorbilder sind Shania Twain oder Mindy McCready. Doch anders als die großen Frauen des Country hat Manuela Bello die Weiten der USA oder Kanadas, die sie in ihren Liedern besingt, nie gesehen. „Vielleicht irgendwann mal“, sagt Bello und strahlt dabei hoffnungsvoll aus ihren dunkelbraunen Augen.

Überzeugen in zehn Minuten

„Ich bin froh über das, was ich erreicht habe“, sagt sie. Auch vor 20 Leuten trete sie gerne auf. Es müsse nicht immer die große Bühne sein. Dennoch lässt sie der Ruhm nicht kalt. Begeistert erzählt sie von ihrem Auftritt in der Großraumdisco Megapark auf Mallorca, bei dem sie unter ihrem zweiten Künstlernamen „Sadeva“ als Schlagersängerin auftrat. Der Auftritt beim Deutschen Rock und Pop Preis soll ein weiterer Höhepunkt ihrer Karriere werden.

Insgesamt zehn Minuten Zeit wird Bello haben, um in den zwei Hauptkategorien zu überzeugen. Die meisten ihrer Konkurrenten kennt sie nicht. Es sind Newcomer, die der Deutsche Rock und Pop Musikverband (DRMV) auszeichnet. Einen Vertrag bei einem großen Label gilt als Ausschlusskriterium vom Wettbewerb. Dennoch rechnet sich Manuela Bello keine großen Chancen aus. „Ich bin einfach froh dabei zu sein“, sagt sie.

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