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Walldorf Wenn Schwimmern Kraft ausgeht

28 Kinder und Jugendliche lernen am Badesee das Retten aus dem Wasser.

05.09.2016 19:27
Flora wird mit Rettungsboje ans Ufer gebracht. Foto: ula

Schwimmen im Pyjama. Ringe tauchen in fünf Metern Tiefe. Wasserrettung einer Dummi-Puppe. Wer solche Herausforderungen meisterte, hat gute Chancen, sein Abzeichen als Rettungsschwimmer zu bestehen. Zum fünftem Mal gastierte das Jugendrotkreuz Frankfurt mit Helfern der Wasserwacht am Walldorfer Badesee, um Kindern im zweitägigen Junior-Retter-Camp das Einmaleins des Wasserrettens zu lehren.

28 Kinder und Jugendliche zwischen neun und 14 Jahren stellten sich der Herausforderung. „Es macht riesigen Spaß“, sagte Benedikt (12), der seine kleine Schwester Flora (9) per Rettungsboje aus dem Walldorfer Badesee zog und bereits zum zweiten Mal mitmachte. Das Team um Ausbilderin Maria Steudel schnürte ein zweitägiges Veranstaltungspaket mit intensivem (Theorie-) Lernen, Praxisteil aber auch abwechslungsreichem Freizeitprogramm. Zelten am Seeufer, Lagerfeuerromantik und eine spannende Nachtwanderung ergänzten das Programm.

Camp als Werbung neuer Aktiver

Auch die Angel wurde ins Wasser gehängt, denn die Kooperation mit den beiden seeansässigen Vereinen klappt gut. Der Angelsportverein und die Interessengemeinschaft Rettungsdienst Badesee Walldorf (IRBW) waren auch diesmal mit im Boot. Neben Spaß und Spiel stand die Werbung neuer Aktiver für das Rettungswesen im Fokus. DRK und Wasserwacht investieren auf diese Weise in die Zukunft. Am Walldorfer See fanden sie zum fünften Mal ideale Voraussetzungen.

Noch sind die knapp 30 Kinder zu jung, um aktiv ins Geschehen einzugreifen: „Ein Ertrinkender hat Panik“, erklärte Jaris (12), „daher muss ich Hilfe holen.“ „Selbstschutz“, gab Maria Steudel das Stichwort an den jungen Schwimmer, dessen Kraft nicht ausreichen würde, um einen Erwachsenen vorm Ertrinken zu bewahren. Dafür eilen die Aktiven der IRBW zur Hilfe, die den Rettungsdienst am Walldorfer Badesee seit vielen Jahren mit ehrenamtlichem Einsatz sicherstellen. Um das Rettungswesen fortzuführen, geben sie ihre Kenntnisse in der Jugendgruppe an Jüngere weiter und trainieren in der kommenden Wintersaison im Hallenbad in Frankfurt. „Ich bin schon Mitglied bei der IRBW“, erklärte Till, „vor allem will ich den Bootsführerschein machen“, so der Zwölfjährige.

„Es ist wichtig, dass man weiß was man tun muss, wenn jemand ertrinkt“, so Nico und Marlon. Die zwei dicken Freunde haben in diesem Sommer viel Zeit am Walldorfer Badesee verbracht. „Hier kann man Flossen und Schwimmmaske benutzen und beim Tauchen Fische sehen“, erklärte das Herrenduo. Vielleicht mündet die Begeisterung tatsächlich in einen aktiven Dienst am See, als Walldorfer Baywatcher. Nach dem zweitägigen Training im Rettungscamp sind die Jungs nun fit rund um Baderegeln, Erste Hilfe, Rettungsschwimmen und mehr. „Ich will auf alle Fälle mein Schwimmabzeichen als Rettungsschwimmer machen“, stellt Marlon motiviert fest.

Nach dem vorletzten Aufbegehren des Sommers am vergangenen Samstag ist der Badebetrieb am Walldorfer Freizeitgewässer allerdings vorüber. Die IRBW wird nun Großreinemachen. Ab Samstag, 10. September, ist der See als Naherholungsgebiet wieder zugänglich – wer schwimmt, tut dies dann auf eigene Gefahr. (eda)

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