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Vivarium Darmstadt Känguru-Nachwuchs in Darmstadt

Große Sprünge im Darmstädter Vivarium: Sechs Känguru-Weibchen haben Nachwuchs. Wann genau die sechs Jungtiere auf die Welt gekommen sind, kann die Tierpflegerin nicht sagen.

13.05.2016 19:37
Neugierig ist der Känguru-Nachwuchs im Vivarium. Foto: Andrè Hirtz

Dong, dong, dong. Die Kängurus im Vivarium am Schnampelweg 5 im Osten Darmstadts scheinen Sprungfedern in den Hinterbeinen zu haben. Ihr langer und muskulöser Schwanz stabilisiert das Gehüpfe über die Wiese. Zwischendurch bleiben sie reglos stehen und fixieren die Besucher, die im Vivarium quer durchs Außengehege der Beuteltiere spazieren dürfen, mit ihren Blicken. Starr stehen sie da, nur ihr Kiefer bewegt sich hin und her. Das ist der Moment, wo viele Zuschauer ihre Smartphones herauskramen und auf den Auslöser drücken. Bis es wieder weitergeht. Dong, dong, dong.

„Sie rennen heute etwas kopflos herum“, sagt die Tierpflegerin Saskia Schroll mit Blick auf die Bennett-Kängurus. Die Baustelle mit dem lauten Traktor nebenan mache sie nervös. Und ja, zugegeben, auch der Fotograf von der Zeitung, der sich an die Tiere heranpirscht, sorgt für Unruhe. Da reicht dann schon ein lautes „Oh wie süß“ und die Tiere hüpfen schon wieder los. Im Prinzip ist das Herumspringen nicht weiter schlimm. Aber: „Dabei kann schon mal ein Jungtier aus dem Beutel fallen“, sagt die Tierpflegerin. Und das ist die eigentliche Sensation bei den Bennett-Kängurus: Es gibt Nachwuchs.

Wann genau die sechs Jungtiere auf die Welt gekommen sind, kann die Tierpflegerin nicht sagen. Bei der Geburt, nach einer extrem kurzen Tragzeit von 30 Tagen, sind sie kaum entwickelt und wenige Gramm schwer. „Sie sehen ein bisschen aus wie kleine Gummibärchen“, sagt Saskia Schroll. Die Känguru-Mutter legt eine Speichelspur in den Beutel, der das Neugeborene folgt. Es zieht sich mit den Vorderpfoten vorwärts, bis es eine Zitze erreicht hat, dann saugt es sich fest.

Robust genug für den Winter

Etwa neun Monate verbringen die Tiere im Beutel der Mutter, bis sie zu groß geworden sind. Die sechs Kleinen im Vivarium sind etwa sieben Monate alt, schätzt die Tierpflegerin. Es kann durchaus sein, dass sie bereits kleinere Geschwister haben, die an den anderen Zitzen hängen. „Die Weibchen können drei Jungtiere gleichzeitig haben, in verschiedenen Altersstadien“, erklärt die Tierpflegerin. Zu sehen sind sie erst, wenn sie ihren Kopf aus dem Beutel strecken.

Bennett-Kängurus zählen zu den Wallabys und stammen ursprünglich aus Australien. Die grau-braunen Beuteltiere sind sehr robust und können auch Frost vertragen. Trotzdem liegen die Temperaturen im Innengehege im Winter konstant bei elf bis zwölf Grad. Im Vivarium leben acht Weibchen und zwei Männchen. Sie sind Vegetarier.

Die Tiere haben einen Vormagen, in dem sie, wie Wiederkäuer, die Zellulose aus Gräsern und Kräutern mithilfe von Bakterien verdauen. Deshalb sieht man sie auch ständig mümmeln, wie Kaninchen. Die Tierpflegerin achtet außerdem darauf, dass das Gemüse kleingestückelt ist und das Gras keine scharfen Kanten hat, denn Kängurus haben empfindliche Mäuler. „Sie können sich leicht verletzen, und die Wunden können sich infizieren“, berichtet Schroll.

Sonderlich nett sind die Tiere nicht zueinander. Es sind eher Einzelgänger, ohne enge Familienbindung. Bei Rangkämpfen treten und hauen sie auch schon mal zu. Boxkämpfe hat die Tierpflegerin aber noch nie beobachtet. Und wer darauf wartet, dass es den Jungtieren vom Hüpfen im Beutel kotzübel wird, wie im Sketch von Otto Waalkes, der wird wohl auch enttäuscht werden. Was sie sonst noch können? „Sie kötteln überall hin, auch in den Futternapf“, erzählt Schroll. Und mit süßen Bananen lassen sie sich anlocken. Mit etwas Glück macht es dann dong, dong, dong – und schon sind sie da. (hin)

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