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Teilchenbeschleuniger Die letzten Bäume fallen

Die Fair GmbH baut eine Teilchenbeschleuniger-Anlage an der Prinzenschneise. Auf einer Fläche von 0,6 Hektar fällt sie nun Bäume, damit Containerbüros für die Koordination der Bauarbeiten für "Fair" entstehen können.

13.02.2014 13:47
Die Fair GmbH fällt in Darmstadt Bäume.

Die Motorsägen heulen auf, und kurz darauf kippt mit einem gewaltigen Krachen eine gut 15 Meter hohe Buche um. Seit Mittwoch lässt die Fair GmbH an der Prinzenschneise auf einer Fläche von 0,6 Hektar Bäume fällen. Der Grund: Dort sollen Containerbüros entstehen, von denen aus die Bauarbeiten für „Fair“ künftig koordiniert werden. Die Teilchenbeschleuniger-Anlage soll dabei helfen, die Entwicklung des Universums vor etwa 14 Milliarden Jahren besser zu verstehen.

„Zu Spitzenzeiten rechnen wir auf der Baustelle mit 500 bis 900 Arbeitern. Dann wird eine Koordination vor Ort nötig sein“, sagt Pressesprecher Markus Bernards. Im Augenblick ist auf der Baustelle noch nicht so viel los, denn noch werden die Vorbereitungen getroffen: Zum Beispiel, indem Spezialmaschinen 1400 Betonpfähle in den Boden rammen, die der Anlage später den nötigen Halt geben sollen.

Auch die Baumfällarbeiten dienen zur Vorbereitung des Forschungsbaus, der direkt neben den bestehenden Anlagen des GSI-Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung im Wald bei Wixhausen entsteht. 20,8 Hektar Wald – mehr als 30 aneinandergereihte Fußballfelder – müssen für „Fair“ insgesamt gerodet werden. Mit den 0,6 Hektar am nördlichen Baustellenrand sei diese Zahl nun so langsam ausgeschöpft, sagt Bernards. Die nun begonnenen Baumfällarbeiten seien wahrscheinlich die letzten.

Im Grunde leiht sich die Fair GmbH das Grundstück für die Container nur aus, solange die Bauarbeiten dauern (voraussichtlich bis 2018). Danach werden die mobilen Büros nicht mehr benötigt und wieder abgebaut, schildert der Sprecher. Die Fläche muss dann wieder bewaldet werden, mit jungen, aber gleichwertigen Bäumen. „Nur unter dieser Voraussetzung hat das Grünflächenamt eine Rodungsgenehmigung erteilt“, sagt Sigrid Dreiseitel, Sprecherin der Stadt, auf Anfrage. „Da ist Fair dann in der Pflicht. Bis spätestens 1. Januar 2020 muss alles wieder aufgeforstet sein.“

Ersatz-Aufforstung geplant

Diese Vorschriften beschränken sich nicht nur auf den Bereich, auf dem aktuell gefällt wird: Der Bauherr muss die gesamten 20,8 Hektar Wald, die zum Opfer fallen, wieder aufforsten. Der Großteil davon, 13,6 Hektar, könne künftig direkt auf dem „Fair“-Gelände stehen, schildert Bernards. Unter anderem deshalb, weil der Beschleunigerring unterirdisch verläuft und nach Fertigstellung bepflanzt werden kann.

Für die übrige gerodete Waldfläche soll es eine sogenannte Ersatz-Aufforstung auf bislang nicht bewaldeten Flächen außerhalb des Baugebiets geben. Eine davon ist die Knoblochsaue in der Nähe von Riedstadt, die schon 2007 bewaldet wurde. Weitere Flächen in Arheilgen und Ober-Ramstadt sollen ab 2018 folgen. Auch ein bereits geschaffener Eidechsen-Lebensraum, die Pflege des Naturdenkmals Stahlberge in Arheilgen und die geplante Begrünung der „Fair“-Gebäudedächer gehören zu diesen Umwelt-Kompensationsmaßnahmen. Fertig werden sollen die Containerbüros noch im Laufe dieses Jahres. Bis es auf dem Gelände wieder grünt, wird es noch einige Jahre dauern. (mmi)

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